Optimist – Vermächtnis (2019, Beatdown Hardwear)

Gemessen am Tenor der Musik erscheint der Bandname wie blanker Hohn: OPTIMIST. Denn positive Impulse sucht man im Schaffen der inspirierten Krachschlägerfraktion aus dem Ruhrpott vergebens. Stattdessen setzt es Nacken- und Niederschläge in Serie, vorgetragen in deutscher Sprache und geschnürt in ein Korsett aus Death-Metal und Hardcore. Klingt brachial. Ist es auch. 

„Vermächtnis“ ist nach dem 2014 abgelieferten Debütlangspieler „Entseelt“ die zweite Full-Length-Veröffentlichung des Vierers. Der geht es nach kurzem Intro vorrangig kompromisslos an, wenn wuchtige Vorstöße in Hardcore-Manier auf unerbittlich auf den Hörer einprasselndes Todesblei treffen. Das Tempo ist entweder schleppend oder geschwind. Dazwischen gibt es nichts. Auf die Atmosphäre hat das keine Auswirkung. Die bleibt durchweg nachtschwarz gefärbt.

Textlich bedienen OPTIMIST Abgründe unserer Zeit. Es geht um territoriale Abgrenzung („Abschottung“), die Kehrseite der globalisierten Welt („Rattengier“) oder den grassierenden Rechtsruck („Opferkult“). Alles auf den Punkt, ohne jeden Zierrat. Im Kollektiv der 11 Tracks – als Bonus setzt es die drei Beiträge der 2016er-7“ „Der Zerfall“ – sticht dabei kaum eine Nummer hervor. Das kann der Band als strukturelle Monotonie angelastet werden – oder aber als Indiz dafür herhalten, dass OPTIMIST auf konstantem (und konstant hohem) Niveau zu Werke gehen. Zu meckern gibt es da herzlich wenig. Vor allem für Pessimisten.

Wertung: (7,5 / 10)

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