One Fine Day – The Element Rebellion (2010, Ferryhouse Productions)

one-fine-day-the-element-rebellionSeit nunmehr sechs Jahren kreuzen sich immer wieder unsere Wege. Was 2004 vielversprechend begann, reifte mit dem 2006er Output „Damn Right“, bei dem DONOTS-Basser Jan-Dirk als Produzent fungierte. Kaum wiederzuerkennen sind sie nun auf „The Element Rebellion“. Mit Rebellion, mit Anderssein, hat das Album jedoch herzlich wenig zu tun. Dafür geht das Quartett deutlich neue Wege, für die wohl auch Produzent Pelle Gunnerfeldt (THE HIVES) mit verantwortlich ist.

Eigenständigkeit war bislang ohnehin nicht ihre größte Stärke, doch dies kompensierten sie stets mit Leidenschaft und einer frischen, unbekümmerten Art. „The Element Rebellion“ wirkt dagegen überfrachtet, von Unbekümmertheit ist keine Spur. Zu konstruiert wirkt das Album in seiner Gesamtheit. Dass sie nun bedenkenlos im Radio laufen könnten, muss man ihnen nicht übel nehmen, denn das sagt nichts über die Qualität aus. Allerdings kommen einige Songs nur sehr schwer aus den Puschen, böse Zungen könnten gar von Lahmarschigkeit sprechen. Derartiges will ich dem Opener „Dare the World“ noch nicht unterstellen. Allerdings sind die Erwartungen hier noch andere. Zu wenig geht der Song nach vorn und will irgendwie nicht richtig auf den Punkt kommen. Auch die erste Single „My Heart is On Fire“ kommt gemächlich aus dem Startblock, legt dann aber zu und überzeugt mit recht netter Hookline. Spätestens bei „New Horizons“ dann ist der Groschen aber gefallen. Es wird nicht mehr viel lauter oder in dem Maße rockig, wie man es gewohnt ist, vielmehr muss man sich auf sphährisch wirkende Rocksongs einstellen.

„Explode“ ist einer der besten Songs des Albums. Tanzbar, nett. Aber dann doch nicht viel mehr. Die Balladen überzeugen kaum. Das dezent düstere „Against the Gray“ genauso wenig wie das experimentierfreudige „Feel Again“. Gerade „Feel Again“ wirkt mit seinen Bongo- und Orgelklängen ambitioniert, scheitert aber letztlich am Anspruch. Denn es bleibt zu wenig hängen, keine Melodie, kein Refrain. Weiterentwicklung ist gut und schön, gewiss nicht jeder wird dieses Album so sehen wie ich. Aus meiner Sicht gehen die Experimente hier nur etwas zu weit und wirken weniger anspruchsvoll, als sie vielleicht sein wollen.

Wertung: (5 / 10)

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