Omega Cop (USA 1990)

omegacopHeilige Makrele, seinen Karriereausstand und Lebensabend hätte sich der einstige TV-Batman Adam West sicherlich anders vorgestellt. Doch anstatt rüstigen Groupies im Rentenalter seinen prominenten Friedrich Wilhelm auf die faltigen Titten zu kritzeln, verdingt sich der abgehalfterte Flattermann im düsteren Jammertal seiner gestrandeten Karriere als dankbares Augenfutter solch unsäglicher Vehikel wie „Zombie Nightmare“, „Dschungelwolf II“ oder „Monster Island“. Im wüsten Endzeitspektakel „Omega Cop“ torpediert der verrottende künstlerische Kadaver seine siechenden Schauspielambitionen adäquater denn je, pulverisiert die bumsfidele Interaktion Adam Wests mit dem mimischen Vakuum Ronald L. Marchini doch darstellerisches Aufbegehren seriöser Natur in voller Gänze.

Im Kontext hanebüchener No-Budget-Eskapaden setzt der 1990 entfesselte Schofel-Schmock denn auch wahrhaftig Maßstäbe, rechtfertigt dies schiere Füllhorn bodenloser Idiotien ihre gesetzmäßig verordneten Vorenthalte minderjähriger Zuschauer doch allein durch den allgegenwärtigen Gefahrquell der visuellen Lobotomie. Und wahrlich, wem würde im Angesicht dieser kühn ejakulierten Erde-am-Arsch-Posse nicht der verflüssigte Hirnschmalz aus den Ohrmuscheln rinnen, hat der bitterböse Treibhauseffekt das schnuffige Erdenrund des Jahres 1999 doch nahezu entvölkert. Eine satte Kelle voll Glück im sprichwörtlichen Unglück beschert dem drallen Menschengeschlecht allerdings der Umstand, dass der tumbe klimatische Supergau im Eifer des hitzigen Gefechts schlicht vergessen hat, durch die emsig perforierte Ozonschicht die irdische Flora auszumerzen. So erstrahlen im apokalyptischen Sommer von „Omega Cop“ Bäume in majestätischstem Grün und erweisen sich ergötzliche Rasenflächen als akribisch auf britische Standarten gestutzt. Da verdutzt es wenig, dass jeder noch so degenerierte menschsimultane Pöter problemlos und ohne daumendick aufgetragene Sonnencreme mit integriertem Lichtschutzfaktor 8 Milliarden durch die pralle Sonne stelzen kann, ohne Repressalien in Form von flächendeckendem Lochfraß befürchten zu müssen.

Nackte Panik stellt sich derweil nicht nur bei den Protagonisten des dümmlich dreisten Trash-Trabanten ein, offeriert Schmalspurregisseur Paul Kyriazi („Die Todesmaschine“, „Crazed Cop“) durch Ausbleichen seines senilen Testbildes doch ernsthafte Ambitionen, das Flackern garstiger Solarstrahlung zu suggerieren. Fundamentiert werden diese höchst sporadisch gesäten Schockmomente durch die ganz und gar schröcklichen Auswirkungen der fiesen „solar flares“, äußern sich diese neben aufkeimendem geistigen Aderlass doch vor allem in erhöhtem Aufkommen per Schuhcreme getünchter Gesichtsparzellen. Dieser beinahe schelmisch fatalistische Make-Up-Murks stampft in seinem lächerlichen Aufbegehren nicht nur die proletarische Freizeit-Floskel „Sonne mach mich Neger“ in einen Kontext tiefgreifender ökopolitischer Bedeutsamkeit, sondern animiert ganz nebenbei auch die Mundwinkel des Betrachters zu munteren Klimmzügen an den Augenbrauen. Und wes Äuglein könnten sich schon im Angesicht des ungelenken Knubbelzinkens Ron Marchini, der sich in Gestalt des toughen Cops John Travis agil wie ein nasaler Erkältungspfropfen durch endzeitliche Hinterhöfe und Lagerhallen balgt, in Trockenheit ergehen ?

Den Auslöser für diesen beschwingt militanten Ausputz markiert die fidele Ausradierung von Travis’ Kollegium durch die lumpigen Schergen des lachhaften Aushilfsunholdes Wraith (Chuck Katzakian). So schaltet „Omega Cop“ auf inhaltlicher Ebene denn auch brav auf steten Durchzug zwischen den Horchlappen und verbrüdert sich in der brackigen Fahrrinne dessen nur allzu widerstandslos mit dem obligatorischen C-Movie-Kumpan Unplausibilität. Denn es wird wohl auf ewig im Wahnsinn des Drehbuchautors verborgen bleiben, aus welchem Grunde die verbliebenen vier planetaren Ordnungshüter gerade die dufte besuchte Sklavenmarktsause aufmischen müssen. Aber zumindest dürfen im Vorfeld dieser unmotiviert dilletantischen Polizeiintermission forsche Sprüche des Kalibers „If a hundred people come running this way, let the first one go by – that’ll be me“ geschmettert werden. Aber bleiben wir sämtlicher inhaltlicher Transparenz zum Trotze fair, zumindest kann Marchinis Ron die ihm zugedachten Dialogsekrete klar verständlich in die Kamera juchzen, ohne das ihm dabei gleich die üppig beohrte Murmel überkocht.

Doch zurück zum eigentlichen Geschehen: Als logische Konsequenz der ruppigen Auflösung der illegal humantransaktionären Aktivitäten des illustren Gesindels steppt – wie sollte es auch anders sein – der Elch im Kettenhemd. Doch weist das folgende Scharmützel, ganz in der Tradition drittklassiger Action-Peitschen befangen, nur vage Similarität zu Schusswechseln gewohnter Beiläufigkeit auf, sondern verbrüdert sich vielmehr mit der putzigen „Peng-du-bist-tot“-Mentalität kindlicher Wehrertüchtigung im örtlichen Naherholungsgebiet. Zwar verbindet der versierte Urlaubsfilmer Paul Kyriazi als unbändiges Zeugnis seiner schöpferischen Ausdrucksstärke Gegenschnitte auf in Zeitlupe von Dächern purzelnde Opfer, doch dürfte sich der bedingt zurechnungsfähige Filmemacher mit dieser plumpen stilistischen Anleihe einzig die nachhaltigen Verwünschungen des längst verschiedenen Gewalt-Ästheten Sam Peckinpah zugesichert haben. Nicht minder unvermögend äußert sich auch der recht spärlich gesäte Einsatz von Kunstblut, der in den Eingangssequenzen einzig den gefallenen Rechtschaffenden vorbehalten zu bleiben scheint. Da muss sich der Rest der traurigen Bagage eben ohne sichtbaren Blutbeutel unterm T-Shirt im Staub kringeln und den verbleibenden Fetzen darstellerischer Würde unmotiviert von sich husten.

Überdies erweist sich der ganze Aufwand des zivilen Scheibenschießens als gänzlich Zweckfrei, darf Travis auf Geheiß seines peniblen Vorgesetzten Prescott (THE Adam West, „Batman hält die Welt in Atem“) nicht einmal zurück in die unterirdische Kommandozentrale. Schuld daran trägt natürlich die kirre machende Sonnenbestrahlung, der sich die Macher dieser infantilen Heulboje offenkundig viel zu lange höchstselbst ausgesetzt haben. Während Chief Presskopp also in seiner maroden Tiefgarage vor sich hinsauert, lässt sich uns Ronny mit eingebauter Immunität die Sonne auf den Pelz brennen und sammelt in loser Zahl spärlich bekleidete Schnecken mit seinem drallen Jeep ein. Doch auch Oberschurke Wraith bleibt in der Zwischenzeit nicht untätig und mobilisiert seine Horde tumber Handlanger, dem resoluten Restrudiment staatlicher Obrigkeit an den Karren zu schiffen. Allerdings nimmt Ron Marchini mit steigender Zahl der Opponenten auch selbst an Fahrt auf, was „Omega Cop“ neben dezent erhöhtem Blutgehalt auch die ein oder andere zermalmte Nackenregion beschert.

Dabei wird der verhinderte Minimalmime zwar gerade den Martial-Arts-Ambitionen eines abgebrannten Zündholzes gerecht, doch stürzt die Mehrzahl der halbgaren Komparsen bereits betroffen zu Boden, bevor Marchinis Ron mit der Lethargie eines bettlägerigen Greises von den gestählten Waffen seines Körpers Gebrauch machen kann. Obgleich des Tatbestandes, dass Superbulle John Travis jede leergefeuerte Puste achtlos in den Rinnstein kegelt, legen sich denn auch keine Stirnregionen mehr in Runzeln, fördert das beinahe bemitleidenswerte Schauspiel-Faktotum doch in gesunder Regelmäßigkeit großkalibrige Ballermänner aus den Untiefen seines treuen Gefährtes ans Tageslicht. Der filmischen Jauchesenke endgültig den Boden schlägt allerdings der launige Soundtrack im Stile der Beach Boys aus. Wozu denn auch einen Hauch von Atmosphäre kredenzen, wo man in der sonnigen Endzeit doch so knorke surfen kann!

Im Bezug auf hochgradig schrägen Actionschund treibt „Omega Cop“ die formidabelsten Blüten und darf ruhigen Gewissens als schiere Sternstunde des Trashs bezeichnet werden. Sei es das lautstarke rauschen des Windes zur Untermalung des zwischenzeitig anvisierten Western-Flairs bei wiederwillig starren Baumkronen im Bildhintergrund oder die wahrhaft haarsträubende Unlogik der klimatischen Verhältnisse, schlicht jedwede Szenenfolge dieses stümperhaften Streifens segregiert brüllende Komik. Weder die Effekte noch die Ausstattung übersteigen je das Niveau einer mittelklassigen Amateurproduktion, was in Anbetracht des schier bodenlosen darstellerischen Defizites jedoch kaum ins Gewicht fällt. So spritzig wie tagaltes Wurstwasser keilt sich Knallcharge Ron Marchini („Die Todesmaschine“, „Dschungelwolf 1-3“) bis zum behämmerten Showdown durch die Reihen böswilliger Handlanger, darf zu guter Letzt jedoch zum fröhlichen Nacktbad mit den ergatterten Grazien blasen. Adam West für seinen Part steckt der beiläufig am Mikro scharrenden Funkerin unter Tage noch geschwind den Ring seiner Handgranate bei eiligst salbadertem Trauritualsgebrabbel an den Finger, bevor der in Feindeshand gefallene Kommandobunker mit gebotener Wucht detonieren darf.

Zumindest bewahrte die strahlende Heldenfigur des Fernsehbildschirms seine Karriereleiche somit vor der ein Jahr später inszenierten Fortsetzung „Karate Cop“ – da schlug nämlich die glorreiche Stunde von Altstar David „Kung Fu“ Carradine! Wer also glaubt, alles gesehen zu haben, der betrete staunend den Mikrokosmos des Ronald L. Marchini und reibe sich ungläubig die Sehinstrumente. Von den teils rabiaten Kürzungen der deutschen Verleihfassung sollte man sich derweil nicht die Laune verderben lassen, mindert dies doch zumindest die Laufzeit des kruden Spektakels. Oder, um mit den Worten des renommierten B-Veterans Stuart Whitman („Der Pate 2“, „Eaten Alive“) – hier als drolliger Dr. Laitmer im unermüdlichen Einsatz – zu schließen: „I took a drug to kill myself, but that didn’t help either!” Dem ist wahrlich nichts mehr hinzuzufügen.

Wertung: 2 out of 10 stars (2 / 10)

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