Olli Schulz – SOS – Save Olli Schulz (2012, Trocadero)

olli-schulz-sos-save-olli-schulzMan kann Olli Schulz vieles nachsagen. In erster Linie, dass er ein unfassbar amüsanter Geschichtenerzähler und Entertainer ist. Das zeigt er auch mit „SOS – Save Olli Schulz“, so gut es für ihn auf CD eben geht. Wieder einmal darf gelacht und geschmunzelt werden. Während andere in Mitleid und Melancholie ertrinken, schimmert bei dem Liedermacher immer ein klein bisschen was positives durch. Natürlich kann auch er emotional, kritisch und bewegend sein, doch trotzdem bleibt stets ein kleines Grinsen im Gesicht.

Auf „SOS – Save Olli Schulz“ geht es auch um ihn selbst. Vor allem aber um Menschen. Um normale Menschen des Alltags. „Halt die Fresse, krieg ein Kind“ sinniert er in dem – so scheint es – gewollt schräg gesungenen „H.D.F.K.K.“. Geplant ist kaum etwas. Die Songs klingen wie ein Auftritt des Musikers, spontan, überraschend, improvisiert. Zwischen den Songs ein paar kurze Witze, Anekdoten über Briefmarken oder die Mail eines MySpace-Freundes, der Olli früher besser fand als jetzt. Olli wiederum findet den Unbekannten heute besser. So harmlos und belanglos diese Kleinigkeiten auch klingen, sie bleiben hängen. Das mit dem Grinsen und Schmunzeln hatten wir ja schon.

Die Instrumentalisierung erfolgt – wie üblich – auf verschiedene Art und Weise. Eingängiger, melodischer und unbeschwerter wie bei „Spielerfrau“ oder dem tanzbaren „Ich kenn da ein“. Auf der anderen Seite gibt es traurig schöne Lieder wie das mehr als fünfeinhalb Minuten dauernde „Koks & Nutten“ bzw. das nachdenkliche „Ich dachte, du bist es“. Freunde und Fans wird es freuen, nur live ist besser.

Wertung: (7,5 / 10)

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