Okami – Die tätowierte Killerin (J 1972)

okamikillerinBlanke Brüste und Blutfontänen prägen den Auftakt des vierten „Kozure Okami“-Filmes „Die tätowierte Killerin“. Die titelgebende Assassinin hört auf den Namen Oyuki (Michie Azuma) und erwehrt sich einleitend erfolgreich Gesandten des Fürsten Owari (in Teil eins noch als Retsudo zu sehen: Tokio Oki), die die gesuchte Kämpferin Dingfest machen wollen. Jedem ihrer Opfer schneidet sie den Haarknoten ab, was als Zeichen der Schande auch die Hinterbliebenen trifft. Auf sie wird Itto Ogami (Tomisaburo Wakayama), der durch eine Intrige des Yagyu-Klans als Kaishakunin des Shoguns entmachtete und seitdem auf Rache sinnend durch die Lande streifende Mörder mit dem Kind angesetzt.

Diese von Buichi Saito gedrehte Fortsetzung ist bei aller Qualität der schwächste Part der auf den Mangas von Kazure Koike und Goseki Kojima basierenden Reihe. Im direkten Vergleich zum meisterlichen Vorgänger „Der Wind des Todes“ verfügt der Film wieder über mehr Schwertkampf-Action und Bluteffekte, bleibt in der Inszenierung aber weniger kunstvoll als die Beiträge Kenji Misumis. Anfangs widmet sich Saito in gewohnt ruhiger Erzählweise Ogami-Spross Daigoro (Akihiro Tomikawa), der dem Vater abhanden kommt und trotz seines zarten Alters beweist, dass auch er den unbedingten Überlebenswillen in sich trägt.

Vor der Zusammenführung der beiden steht die Begegnung mit dem totgeglaubten Samurai Gunbei (Yoichi Hayashi), den Ogami bei der Besetzung des Scharfrichters einst ausstach. Da Gunbei Mitglied der Yagyu-Familie ist, wird somit auch erklärt, woher die Abneigung von Yagyu-Anführer Retsudo (Tatsuo Endo) gegen Ogami rührt. Die endgültige Konfrontation zwischen den beiden wird aber auf einen späteren Zeitpunkt (außerhalb der sechs Kinofilme) verschoben. Also gilt es in Rückblenden das Schicksal Oyukis zu beleuchten, die als Straßenkünstlerin das Interesse des Fürsten weckte und als Kriegerin in dessen Dienste trat. Die Schändung durch den Samurai Enki Kozuka (Shin Kishada) ließ sie schließlich zur Mörderin werden.

Zu diesen tragischen Untertönen kommt die familiäre Verknüpfung mit Jindaiyu (So Yamamura), dem Führer der reisenden Künstler, der Ogami, obwohl er Oyukis Vater ist, auf die Spur der tätowierten Killerin führt. Neben den Mannen des Fürsten Owari bekommt es Ogami in zerklüfteter Felslandschaft mit einer Armee von Yagyu-Getreuen zu schaffen und lichtet die Reihen des Gegners mit Sprengstoff und den in Daigoros Kinderwagen verborgenen Gewehrläufen. Nur ist der Showodown, der in ähnlicher Manier bereits den Vorgängerteil beschloss, ungeachtet der ersten direkten Konfrontation mit Retsudo etwas einfallslos umgesetzt und wirkt im hektischen Schlachtgetümmel fast schon ermüdend. An die Klasse der übrigen Teile kann dieser damit nicht vollends anknüpfen.

Wertung: (7,5 / 10)

scroll to top