OHL – Freier Wille (2013, Sunny Bastards)

ohl-freier-willeWieder einmal werden OHL für Diskussionen sorgen. Das haben sie in ihrer mehr als 30-jährigen Vergangenheit schon häufig getan, aber „Freier Wille“ hat in diesem Sinne besonderes Potential. Insofern fällt es auch leichter, über den Inhalt als über die Musik zu sprechen. Denn „Freier Wille“ klingt erst einmal und nüchtern betrachtet wie ein typisches OHL-Album. Harte Riffs, eine dezent düstere Stimmung und der eigenwillige Gesang von Frontmann Deutscher W. Klar ist, diesen Stil muss man mögen. Zwischendurch gibt es zwar auch ein paar Midtempo-Songs (u.a. „Der Herr der Kriege“), doch die harten, aggressiven Stücke stehen deutlich im Vordergrund. Mal eben im Vorbeigehen wird man weiterhin kein (musikalischer wie inhaltlicher) Freund von den Herren.

Inhaltlich bieten OHL gewohnt kontroverse Kost. Erst einmal beziehen sie klar Stellung und lassen insbesondere jedwede Extreme – ob rechts oder links – weit hinter sich. Religiöse Fanatiker gleich mit eingeschlossen. Die Botschaft könnte eindeutiger nicht sein und wird auch gern etwas martialischer formuliert („Kein Mitleid mit den schwachen, mit denen die uns hassen“). Überhaupt aber wird dem Thema Religion eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Immer wieder mag man ihnen zustimmen, aber an anderer Stelle wirken ihre Texte ebenso extrem wie sie sich von ihren Gegnern absetzen wollen („Kein Mitleid mit den Tätern, mit deren Söhnen und deren Vätern”). Diskutabel ist das allemal, aber wer genau das seit jeher an OHL mag, wird wie immer ordentlich bedient.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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