Off With Their Heads – Won’t Be Missed (2016, Anxious & Angry)

owthacousticDer Trend akustischer Ausflüge hat nun auch Ryan Young und OFF WITH THEIR HEADS erreicht. Der eigenwillige Frontmann war selbst nicht ganz sicher, inwieweit sich seine Songs so überhaupt darstellen lassen. Im Endeffekt muss man sagen, dass „Won’t Be Missed“ einer der authentischsten und ehrlichsten Akustik-Beiträge der letzten Jahre ist. Dies hängt ganz besonders mit Ryan Young zusammen, der sich auf den zehn Songs förmlich die Seele aus dem Leib singt.

Das Album repräsentiert einen guten Querschnitt durch das bisherige Schaffen der Band aus Minneapolis. Ältere Beiträge wie „Old Man“ oder „Jackie Lee“ wechseln mit neueren Songs der „Home“-Ära („Start Walking“, „Stolen Away“). Für die Aufnahmen wurde so reduziert wie möglich gearbeitet. Zwei Männer mit ihren Gitarren könnte man es gut und gern beschreiben. Die ohnehin düsteren und rauen Songs wurden so belassen wie sie sind und nicht mit Schnörkeln und Pomp verfremdet. Dies wird früh mit „Clear The Air“ deutlich gemacht. Young singt und schreit, als ginge es um sein Leben. Er röchelt, holt Luft und stockt kurz, damit sich im nächsten Augenblick all seine Emotionen entladen. Gerade diese kleinen, kurzen Momente, die der Produktion nicht zum Opfer gefallen sind, machen „Won´t Be Missed“ so ehrlich und mitreißend.

Nachdem „Clear The Air“ vorbei ist, kann eigentlich nichts mehr kommen. So intensiv fühlen sich diese fast vier Minuten an. Mit „Go on Git Now“, „Start Walking“ oder „The Eyes of Death“ werden nur einige ihrer mitreissenden Hits geboten. „Jackie Lee“ oder „Don´t Laugh“ sind erwartungsgemäß etwas ruhiger und trauriger geraten. In erster Linie ist „Won´t Be Missed“ sicherlich etwas für Fans. Diese allerdings bekommen hier zehn höchst intensive Versionen geboten. Typisch OFF WITH THEIR HEADS eben.

Wertung: (7 / 10)

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