Ocean’s Eleven (USA/AUS 2001)

oceans-elevenDanny Ocean (George Clooney), gerade aus dem Knast entlassen, plant direkt ein ganz großes Ding. Das Ziel ist ein Tresor, in dem sich das Bargeld von drei Casinos in Las Vegas befindet und der besser bewacht ist als Fort Knox. Gemeinsam mit seinem alten Kumpel Rusty Ryan (Brad Pitt) sucht und findet er schnell einen Geldgeber und eine ausreichend exzentrische Mannschaft, um das Ding während eines Boxkampfes durchzuziehen. Allerdings geht es Danny nicht nur ums Geld, denn seine Ex-Frau Tess (Julia Roberts) ist mittlerweile mit dem Casinobesitzer Terry Benedikt (Andy Garcia) zusammen.

Steven Soderbergh nahm sich für „Ocean‘s Eleven“ den 1960 mit Frank Sinatra, Sammy Davis Jr. und Dean Martin gedrehten Film „Frankie und seine Spießgesellen“ als Vorlage und seine Riege an Schauspielern ist mindestens so namhaft wie im Original. George Clooney („Out of Sight“), Brad Pitt („Fight Club“), Julia Roberts („Erin Brockovich“), Matt Damon („Die Bourne Identität“) und Andy Garcia („Der Pate III“), das reicht eigentlich für drei Filme. Zumal die Nebendarsteller mit Don Cheadle („Traffic“), Elliott Gould („M*A*S*H“), Bernie Mac („Lebenslänglich“), Carl Reiner („Tote tragen keine Karos“), Casey Affleck („American Pie“) oder Scott Caan („Nur noch 60 Sekunden“) nicht weniger ansehnlich ausfällt.

Dabei gelingt es Soderbergh stets, alle Beteiligten gekonnt und mit sichtlicher Eleganz unter einen Hut zu bringen. Vor allem Pitt und Clooney liefern sich mehr als einmal sehr witzige Dialoge und Andy Garcia als kühlen und skrupellosen Casinobesitzer hat man selten besser gesehen. Julia Roberts hat da leider nicht die Entfaltungsmöglichkeiten wie die anderen Darsteller, ist ihre Rolle doch ein wenig klein geraten und in den vorkommenden Szenen wirkt sie auch etwas überflüssig. Kurze Auftritte haben nebenbei noch die Klitschko-Brüder, Lennox Lewis sowie die in Las Vegas nie fehlenden Siegfried und Roy.

Steven Soderbergh hat nach den beiden Oscar-prämierten Filmen „Erin Brockovich“ und „Traffic“ auf eher anspruchsvolleres Kino verzichtet und stattdessen eine äußerst kurzweilige Gaunerkomödie mit prächtig aufgelegten Darstellern, viel Dialogwitz und Glamour inszeniert. Das ist wahrlich großes Kino!

Wertung: 8 out of 10 stars (8 / 10)

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