Ocean’s 13 (USA 2007)

oceans-13Natürlich musste sie wiederkommen, die wohl coolste Bagage, die Hollywood je gesehen hat. Zwischen überambitionierten Kommerz-Desastern wie „Solaris“ und „The Good German“ muss Steven Soderbergh schließlich Geld verdienen. Da kommt ein dritter Teil seiner Las-Vegas-Diebesgilde nur recht. Kritische Töne wurden bei „Ocean‘s Twelve“ laut, zu europäisch sei der Film, was sicher irgendwie stimmen mag. Unterhaltsam war er dennoch. Mit dem dritten Teil lässt Soderbergh seine kongeniale Gauner-Armada zwar wieder nach Hause zurückkehren, an den Erstling kommt „Ocean‘s 13“ bei aller Liebe aber dennoch nicht heran.

Willie Bank (Al Pacino) ist einer von den ganz Großen, wenn nicht der Größte. Auf der ganzen Welt kann er preisgekrönte Hotels und Casinos sein Eigen nennen. Ein neues Wunderwerk der Architektur soll nun in Las Vegas entstehen. Allerdings ist Bank ein Gauner, so dass sein vermeintlicher Partner Reuben Tishkoff (Elliott Gould) böse übers Ohr gehauen wird. Dieser geht daran fast zugrunde, was schnell die Bande um Danny Ocean (George Clooney) und Rusty (Brad Pitt) auf den Plan ruft. Die will Bank eins auswischen und am Tag der Eröffnung das gesamte Casino ausnehmen. Alleine ist der Plan jedoch nicht zu realisieren, so dass sie ihren Erzfeind Terry Benedict (Andy Garcia) mit ins Boot holen müssen.

Mit „Ocean‘s 13“ geht Steven Soderbergh auf Nummer sicher. Bloß keinen Flop riskieren. Stattdessen geht es zurück in die alte Erfolgsspur. Der Film ist in allen Belangen simpler als der Vorgänger, aber auch nicht so ausgereift wie der Erstling. Beinahe spielend einfach können Clooney & Co. ihre Aufgaben meistern, der Wind wehte ihnen schon mal stärker ins Gesicht. Dass dabei gut und gern mal auf Logik oder Erklärungen verzichtet wird, nimmt Soderbergh nur allzu gern in Kauf. Die Leichtigkeit, einen riesigen Bohrer unbemerkt binnen kürzester Zeit von Europa nach Las Vegas zu bringen, ist in diesem Zusammenhang wohl beispiellos.

Allerdings möchte man hier auch kein Lehrstück in Sachen Film erleben, sondern angenehm unterhalten werden. Und das gelingt Soderbergh abermals ausgezeichnet. Getragen von einer abermals fantastischen Darstellerriege – diesmal ergänzt durch Al Pacino („Scarface“) und Ellen Barkin („Johnny Handsome“) – ist „Ocean‘s 13“ quasi ein Selbstläufer. Die permanenten Zickereien und Anspielungen zwischen den Figuren machen abermals ein Gros des Films aus. Im Mittelpunkt stehen zwar wieder Clooney und Pitt, doch insgesamt bekommt die „zweite Garde“ (u.a. Don Cheadle, Bernie Mac, Casey Affleck, Scott Caan, Carl Reiner) diesmal mehr Raum zur Entfaltung. Einzig Matt Damon („Die Bourne Identität“) hängt ein wenig zwischen den Stühlen.

Dafür läuft Andy Garcia („Der Pate III“) abermals zu Hochform auf und Al Pacino mit falschem Gebiss reiht sich nahtlos in die überzeugende Riege ein. Ein gelungenes Wiedersehen gibt es auch mit Ellen Barkin, die im späteren Verlauf ihre kosmetischen Eingriffe allerdings nicht verbergen kann, sowie Eddie Izzard („Shadow of the Vampire”). Für Fans der Serie ist auch der dritte Teil uneingeschränkt zu empfehlen, trotz weniger kleinerer Schwächen. Der wieder einmal prächtig aufspielende Cast lässt diese jedoch schnell vergessen. Ein vorläufig gelungener Abschluss der Trilogie, bei dem für zwei Stunden Dauergrinsen garantiert ist.

Wertung: (7 / 10)

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