Oblivion (USA 2013)

oblivion„Is it possible to miss a place you’ve never been? To mourn a time you never lived?“ – Mit den Fragen wachsen die Zweifel: Jack

Der letzte räumt die Erde auf. Das war im Animations-Klassiker „Wall-E“ so und gilt auch für das ambitionierte Science-Fiction-Opus „Oblivion“. Wobei sich das Aufräumen hier auf die Kontrolle automatisierten Rohstoffabbaus beschränkt. Denn in ferner Zukunft ist die Erde nach einem verheerenden Krieg zwischen Menschen und außerirdischen Aggressoren verwüstet. Übrig geblieben sind ein paar Techniker, die Überwachungsdrohnen warten und dafür Sorge tragen, dass der Ressourcennachschub an eine die Überlebenden beherbergende Raumstation in der Erdumlaufbahn nicht versiegt.

Einer dieser Techniker ist Jack Harper (Tom Cruise, „Last Samurai“), der mit Kollegin Victoria (Andrea Riseborough, „W.E.“) ein eingespieltes Team bildet. Die bewaffneten Drohnen sind notwendig, um auf der Erde zurückgebliebene und den Abbau sabotierende Plünderer in Schach zu halten – und im Dunkeln lauernde Kreaturen, das Vermächtnis der durch Nuklearwaffen besiegten Alien-Rasse. Kurz vor Ende ihrer Einsatzzeit, der die Rückkehr ins All bedeutet, keimen Spannungen zwischen Jack und Victoria auf. Während sie die Abkehr vom verwüsteten Grund kaum erwarten kann, lassen ihn Erinnerungsfragmente an das Leben vor dem Krieg am Heimatplaneten festhalten.

Ihre Gedächtnisse wurden gelöscht. Aus Gründen der Sicherheit, wie es heißt. Als ein unbekanntes Raumschiff in der Nähe niedergeht, setzt sich Jack über die aus dem Orbit übermittelten Anweisungen hinweg und rettet Julia (Olga Kurylenko, „Ein Quantum Trost“). Mit ihrem Auftauchen beginnt er die Mission und letztlich seine Identität zu hinterfragen, womit Regisseur und Co-Autor Joseph Kosinski („Tron: Legacy“) existenzielle Fragen aufwirft und zarte Parallelen zum philosophischen Genre-Meilenstein „2001: Odyssee im Weltraum“ zieht. Trotz visueller Raffinesse und faszinierender Aura reicht sein Zukunfts-Thriller an dessen Ausnahmeklasse aber nicht heran.

Kosinski, der den Stoff ursprünglich als Graphic Novel konzipierte, stückelt sein in hochglänzende Digitalbilder (und an Apple angelehnte Designs) gekleidetes Werk aus einer Vielzahl verschiedener Elemente zusammen. Der Auftakt gibt sich rätselhaft, ehe mit Auftauchen Julias sowie Jacks Begegnung mit Malcolm Beech (Morgan Freeman, „The Dark Knight“), dem Anführer einer Gruppe versteckter Überlebender, Licht ins Dunkel gebracht wird. Durch die Kampfdrohnen ist auch für Effekt-Action im Blockbusterstil gesorgt. Gerade die fügt sich aber nur schwerlich in den betont ruhigen Erzählfluss. So steht „Oblivion“ letztlich etwas unentschlossen zwischen den Stühlen von Tradition und Moderne. Klassiker-Zitate, schicke Bilder und souveräne Darsteller sind insgesamt aber bereits die halbe Miete.

Wertung: (6 / 10)

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