Oase der Zombies (F/E 1983)

oasederzombiesNach Jean Rollins „Zombie Lake“ (1981) wollte dessen Autor, der umtriebige Regisseur Jess Franco („Killer Barbies vs. Dracula“), einmal selbst eine Schar untoter Nazis dirigieren. Dafür bediente er sich Rommels Afrikafeldzug und verfilmte ein Skript von Produzent Marius Lesoeur („Die Rache des Hauses Usher“), der unter Francos Pseudonym A.L. Mariaux in den Credits auftauchte. Auf der einen Seite solide gefilmt, auf der anderen schlecht gespielt und geschrieben ist „Oase der Zombies“ allerdings nicht mehr als ein typischer Genre-Schnellschuss aus der unsäglichen Eurocine-Schmiede.

Während des zweiten Weltkrieges gerät eine Schwadron deutscher Soldaten in einen Hinterhalt der Alliierten. Einziger Überlebender des Massakers nahe einer Oase ist ein Amerikaner (Javier Maiza, „Mondo Cannibale IV“). Jahre später vertraut dieser dem deutschen Schatzjäger Kurt (Eduardo Fajardo, „Großangriff der Zombies“) das Geheimnis an, die getöteten Nazis hätten einen geheimen Goldtransport bewacht.

Über die gewinnbringende Neuigkeit sichtlich erfreut tötet Kurt den redseligen Informanten und begibt sich auf die Suche. Das plant auch Robert (Manuel Gélin, „Ein mörderischer Sommer“), der Sohn des Ermordeten. Doch am vermeintlichen Lagerort des verborgenen Goldes wartet das Grauen auf die Glücksritter. Denn die untoten deutschen Landser rücken alsbald zur Verköstigung der Eindringlinge an.

Der Name Jess Franco steht für eilig heruntergekurbelten Trash zwischen Titten und Terror. Bei „Oase der Zombies“ überwiegt letzteres, wenngleich dem völlig unbefriedigenden Horror-Schmu kaum beständiges abzugewinnen ist. Die dezente, jedoch etwas klägliche Orgelmusik schafft phasenweise eine schaurige Atmosphäre, die von der Ausweglosigkeit des kargen Spielraumes noch verstärkt wird. Wie so häufig gewinnt Franco aber auch aus diesem reizvollen Fundament nichts weiter als halbgares Grausen mit vereinzelten Brutalitäten.

Vor allem die Masken der Wüsten-Zombies wirken mehr unfreiwillig komisch denn furchterregend schaurig. Selbiges gilt auch für die Darsteller, die sich in Anbetracht des teilnahmslosen Spiels nur durch dulle Dialoge und ungeschminkte Gesichter von den fleischfressenden Kreaturen unterscheiden. Fleißfilmerin Lina Romay („Sechs Schwedinnen von der Tankstelle“), die auch als Erotik-Regisseurin von sich reden machte, bringt zumindest ihre weiblichen Reize ein. Ihre Zusammenarbeit mit Jess Franco sollte noch weitere unsägliche Blüten treiben.

Höhepunkt dieses ausweglosen Schreien und Sterbens auf Sparflamme ist das bruchstückhaft zur Rückblende montierte Scharmützel im Wüstensand. Zumindest muss Schundregisseur Franco ein Kompliment dafür gemacht werden, dass er aus lustlos zu Boden torkelnden Statisten und vereinzelten Feuerbällen ein preiswert-rasantes Kriegsspektakel auf Zimmertemperatur werkelt. Für Freunde abseitiger Filmkunst ist „Oase der Zombies“ nicht nur wegen der quakenden Zombies ein verschmitzter Blick wert. Nur sollte dabei nicht vergessen werden die inhaltlichen Durststrecken mit reichlich Hochprozentigem zu füllen.

Wertung: (3 / 10)

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