Nomad – The Warrior (KAZ/F 2004)

nomad-the-warrior„Ein Pferd ist der beste Freund eines Kasachen.“ – Oraz der Weise

Der international populärste Kasache ist Borat. Auch wenn der eigentlich Brite ist. Möglicherweise aber wird ihm bald der Rang abgelaufen, denn mit französischen Produzentengeldern, dem Zutun der Gebrüder Weinstein („Der Herr der Ringe“) und Milos Forman („Amadeus“) im Rücken schwingt sich die Region selbst in den Kinohimmel auf. Zwar kommen die meisten Darsteller nicht einmal selbst aus Kasachstan (u.a. Mark Dacascos, „Crying Freeman”), doch dürfte das Historienspektakel „Nomad – The Warrior“ zumindest das Selbstbewusstsein eines Landes stärken, das auf der filmischen Weltkarte bislang weitgehend unentdeckt blieb.

Unter Führung der Regisseure Sergei Bodrov („Der Kuss des Bären“) und Ivan Passer („Cutter’s Way“), wobei der erste den zweiten nach finanziellen Engpässen auf Geheiß der Weinsteins ersetzte, bricht in der schier endlosen Steppe Krieg aus. In einer Zeit, als Kasachstan noch von Nomadenstämmen bevölkert war, fallen die Jungaren unter Sultan Galdan (Doskhan Zholzhaksynov, „Ompa“) ein. Deren Tyrannei ein Ende setzen soll ein Kind, das, sobald es zum furchtlosen Kämpfer herangewachsen ist, die Stämme einen und ihnen den Sieg über die Besatzer bescheren soll.

Mit starken Landschaftsaufnahmen und sehenswerter Kameraarbeit macht das Heldenepos Eindruck. Nur für die Geschichte gilt das nicht. Sie bleibt formelhaft. Da ist wieder eine Prophezeiung, ein Auserwählter, der einem (hier gar nicht so) verachtenswürdigen Herrscher die Stirn bieten soll. Der Name jenes Heilands ist Mansur (Kuno Becker, „Goal“). Bis er alt genug ist, ein Schwert gegen des Gegners Körper zu führen, muss er erst einmal die Kindheit überstehen. Denn Galdan hat längst Wind vom potentiellen Aufwiegler bekommen. Oraz der Weise (Jason Scott Lee, „Soldier“) aber macht seinem Namen alle Ehre und kommt ihm zuvor.

Unter seiner Obhut wächst der Junge heran und mausert sich zum tapferen Krieger. Dabei wird ordentlich Pathos versprüht und wahrlich nicht mit Weisheiten aus dem Kaffeesatz gegeizt. Natürlich hält auch die Liebe Einzug, wenn Mansur in Gaukhar (Ayana Yesmagambetova, „Ulzhan – Das vergessene Licht“) ebenso die Frau fürs Leben sieht, wie sein Freund Erali (Jay Hernandez, „Hostel“). Angereichert mit recht unspektakulär geratenen Schlachtszenarien, geht der transparenten Geschichte die nötige Spannung ab. Schlecht gemacht ist der Film beileibe nicht. Nur bleibt schlussendlich kaum mehr als ein visuell überzeugender Langweiler. Schade eigentlich.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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