NOFX – A to H (2025, Fat Wreck)

NOFX sind nicht mehr! Allerdings hat Fat Mike schon vor der ausgedehnten Abschieds-Tour deutlich gemacht, dass vom Punk-Klassiker noch zu hören sein wird. Natürlich folgt auch das dem Plan, mit ihrer Musik nachgelagert Geld zu verdienen. Aber wer will es ihnen verdenken? Bereits in der Corona-Zeit schrieb die Band eine Vielzahl an Songs, die später im Rahmen des zweiten „7″ of the Month Club“ (2019) sowie dem „Single Album“ (2021), „Double Album“ (2022) und „Half Album“ (2024) veröffentlicht wurden. In dieses Schema passt auch die Idee, 24 weitere Songs herauszubringen – je einer für jeden Buchstaben des Alphabets, gleichmäßig verteilt auf drei Platten. 
 
Den Anfang des geplanten Output-Triples, auf dem Raritäten, Demo-Versionen und unveröffentlichtes Material kompiliert wird, markiert „A to H“. Auf dem gibt es denn auch tatsächlich wenig Neues auf die Ohren. Den Opener, das weitgehend von Karina Denike (Ex-DANCE HALL CRASHERS) gesungene „The Audition“ und das später auf „Double Album“ in professionellerer Ausführung verewigte „Don’t Count on Me“ kennen Fans in den vorliegenden Fassungen bereits aus dem erwähnten „7″ of the Month“-Zyklus.

Eine weitere Demo-Version wird mit dem hier etwas weniger ausschweifenden „Generation Z“ präsentiert, das in fertiger Variante auf „First Ditch Effort“ (2016) zu finden ist. Bekannt sind auch „Everything in Moderation (Especially Moderation)“ (von der „Never Trust a Hippy“-EP, 2006), der muntere Klopper „Hardcore 84“ (von der „Regaining Unconsciousness“-EP, 2003) und das immergrüne „Fleas“ (vom Klassiker „Punk in Drublic“, 1994), hier in der schwer zu bekommenden Live-Version aus der MySpace-Session von 2009.

Mit „Cigarette Girl“ und der lässigen Vorab-Auskopplung „Barcelona“ präsentieren NOFX dann aber doch zwei bislang unveröffentlichte Songs. Dabei wurde der Zweitgenannte sogar erst nach ihren Abschiedskonzerten aufgenommen, allerdings bereits vor 12 Jahren geschrieben. Unter dem Strich bietet „A to H“ Resteverwertung der bekömmlichen Art. Wer aber kein beinharter Fan von Fat Mike & Co. ist, muss darüber nicht gerade in Begeisterungsstürme verfallen. Aber was zählt ist am Ende, dass der Entdeckungsspielraum bei einer der einflussreichsten Punk-Combos überhaupt ungeachtet der Auflösung noch nicht vollends ausgeschöpft ist. 

Wertung: 6 out of 10 stars (6 / 10)

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