NOFX – 13 Stitches (2003, Fat Wreck)

NOFX sind ein anekdotisches Füllhorn. Der Vierer aus dem Süden Kaliforniens ist mit dem Punk groß geworden und in einer Szene gereift, die in den frühen Neunzehnachtzigern von rivalisierenden Gangs und grundloser Gewalt geprägt war. Die ausführlichen Geschichten zum Thema erzählen die Musiker in der grandiosen Band-Biografie „The Hepatitis Bathtub“ (2016). Ihr Geist wird auch im Song „13 Stitches“ aufgegriffen, der in ganzheitlich instrumentierter Form auf „The War on Errorism“ (2003), Album Nummer neun, zu finden ist.

Die im selben Jahr herausgebrachte Vinyl-Single präsentiert die Nummer jedoch im akustischen Gewand, wodurch die persönliche Note weit besser zum Tragen kommt. Sie ist eine Ode an Bands, die Fat Mike in seiner musikalischen Findungsphase live erlebt hat. Dazu zählen die DESCENDENTS, die mit „Milo Goes to College“ (1982) – laut Lyrics – das absolute Lieblingsalbum des Frontmannes schufen. Andere erwähnte Combos sind die ALLEY CATS, D.O.A. oder MILLIONS OF DEAD COPS. Die längst vergriffene 7“ lohnt aber nicht allein aufgrund der besseren Version des Titeltracks, sondern auch aufgrund der B-Seite „Glass War“.

Der kritische Beitrag, der sich nach der mantrischen Wiederholung des überschreibenden Namens unter Hervorhebung des Basses in pfeilschnelle Vocals mit cleverer Wortspielerei ergießt, zählt zu den besseren „aussortierten“ Beiträgen in der Vita von NOFX. Auf CD wurde er zunächst im Rahmen der „Warped Tour Compilation 2004“ und später – wie auch die entschleunigte Version von „13 Stitches“ – auf „The Longest EP“ (2010) zugänglich gemacht. Exklusiv ist das Material damit längst nicht mehr. Weniger hörenswert hingegen ebenso wenig.

Wertung: (7 / 10)

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