No Use For a Name – The Daily Grind (1993, Fat Wreck)

no-use-for-a-name-the-daily-grindNO USE FOR A NAME waren eine Fat Wreck-Band der ersten Stunde. Im Gegensatz zu anderen in der Gründerzeit des Labels unter Vertrag genommenen Combos verfügte das Quartett um den 2012 verstorbenen Sänger und Gitarristen Tony Sly jedoch bereits über einen gewissen Bekanntheitsgrad. Über New Red Archives hatten sie zuvor zwei Platten herausgebracht, namentlich „Incognito“ (1990) und „Don’t Miss the Train“ (1992), die allerdings noch deutlicher dem Hardcore zugewandt waren.

Die eigentliche Entwicklung hin zum melodischen Punk-Rock begann mit Unterstützung von Fat Mike, der ihren Fat-Einstand „The Daily Grind“ produzierte. Auf dem finden sich acht Songs, die im Vergleich zum später präsentierten butterweich melodischen Sound noch eine Vielzahl an Ecken und Kanten aufweist. Gerade das ist – ähnlich dem LAGWAGON-Debüt „Duh“ – die große Stärke, geben sich die Stücke doch ruppiger und insgesamt schwerer durchschaubar. Ihren Anteil daran haben vor allem die Gitarren, die neben schwer rockenden Entgleisungen vereinzelt gar in Richtung Schwermetall weisen. Daneben fällt insbesondere die Anlehnung an die klassischen Wegbereiter BAD RELIGION auf, deren Wirken streckenweise mehr als nur gestreift wird.

Ausreichend eigene Ideen sind dennoch vorhanden, so dass der Grundstein für die weitere Entwicklung, erahnbar beim gemächlichen Titeltrack, überzeugend gelegt wird. Mit „Until It’s Gone“, „Biomag“, „Hazardous to Yourself“ oder „Feeding the Fire“ sind neben dem erwähnten „The Daily Grind“ weitere zünftige Hits vertreten. Denen mag das songschreiberische Geschick späterer Outputs noch ein wenig abgehen, gelungen und vor allem erinnerungswürdig ist der Fat-Erstling von NO USE FOR A NAME aber ohne jeden Zweifel.

Wertung: (7 / 10)

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