Ninja Kommando – Ninja in the Dragon’s Den (HK 1982)

ninjakommandoWenn man in der ehemaligen Kronkolonie mal auf einen Zug aufsprang, dann richtig und jeder noch so kleine Erfog wurde so dermaßen ausgeschlachtet, dass man im Anschluss auf das Genre so überhaupt keine Lust mehr hatte. Als die ersten Ninja-Filme Erfolge feierten, grassierte eine ganze Welle von Ablegern mit den schwarz maskierten Attentätern, die meisten so elend billig, dass wirklich nur einige wenige auch heute noch erwähnenswert erscheinen. Dazu gehört sicherlich der Anfang der 80er gedrehte Streifen „Ninja in the Dragon’s Den“ oder auch „Ninja Kommando“ betitelt. Wie es sich für Filme der damaligen Zeit gehörte, gerne darf zu Vergleichszwecken die „Powerman“-Reihe mit dem „magischen Dreigestirn“ Jackie Chan, Yuen Biao und Sammo Hung hinzu gezogen werden, gibt es auch in „Ninja Kommando“ mächtig was auf die Glocken und dank einer gewohnt grottigen Synchronisation auch Schenkelklopfer en masse.

Der japanische Ninja Jin-Wu (Hiroyuki Sanada) verlässt mitsamt seiner Frau die Heimat, um sich im entfernten China auf Rachetour zu begeben, da dort die Mörder seines Vaters zu finden sind. Dort angekommen entlarvt er allen Anschein nach den alten Foo als Mörder seines Vaters, wird jedoch im Folgenden immer wieder daran gehindert seinen Plan in die Tat umzusetzen, da der junge Jay (Conan Lee), seines Zeichens Ziehsohn des alten Foo, nicht minder talentiert als Jin-Wu ist und beide sich permanent in die Quere kommen. Erst als Jin-Wu kurz davor ist seinen Plan doch umzusetzen erfährt er, dass sein Opfer in Wirklichkeit einer der besten Freunde seines Vaters war und andere hinter dem feigen Mord steckten. Um den zahlreichen Feinden entgegen treten zu können, muss er sich nun mit Jay verbünden, was angesichts der Lage nicht einfach erscheint.

Der Titel „Ninja Kommando“ stiftet schon ein wenig Verwirrung, denn die Thematik des Films greift die japanischen Killer nur am Rande und zwar lediglich in der Person des Hiroyuki Sanada („Ring“, „In the Line of Duty“) auf. Zwar wird eine Horde von Ninjas in den ersten Sequenzen des Films bei ihrem Training und einem Attentat gezeigt, jedoch hat dies mit dem Rest des Films nichts zu tun. Dort steht zwar das Können Sanadas immer wieder im Mittelpunkt, jedoch in ebenbürtiger Art und Weise auch die saloppe und überhebliche Art des damals noch unbekannten Conan Lee („Tiger on the Beat“, „Prince of the Sun“), bei dem hier scheinbar versucht wurde, einen zweiten Jackie Chan zu konstruieren. Sicherlich hat Conan Lee Talent und ist auch wie man deutlich in „Ninja Kommando“ sehen kann mit genügend körperlichen Fähigkeiten ausgestattet, doch der Sprung in die Topliga asiatischer Handkanten-Akrobaten konnte er nie meistern. Auch sein Partner Hiroyuki Sanada stach nie sonderlich hervor, wenn er auch in den Filmen der „Ring“-Triologie Erfolge außerhalb des Kung Fu-Films sammeln konnte.

Auffallend, vor allem wenn man sich das Jahr der Entstehung des Films anschaut, sind die wirklich hervorragend choreografierten Kämpfe der Protagonisten, die man zu dieser Zeit nicht immer so gut in Szene gesetzt zu sehen bekam. Darunter sind dann auch einige Highlights, so bspw. der Stelzen-Kampf Conan Lees, das Duell von Lee und Sanada in einem Turm oder der Kampf beider gegen ihren Endgegner. Wie es sich gehört, darf eine gehörige Portion Humor nicht fehlen, die sich hier sogar in einigen pseudo-schlüpfrigen Gags zeigt, alles jedoch im jugendfreien Bereich und wie üblich eher unfreiwillig komisch, denn ernst gemeint. Jedoch verkommt „Ninja Kommando” bis auf wenige Ausnahmen nicht zu einer völligen Synchronisations-Farce, wie man es sonst schon öfter erleben durfte. Insgesamt betrachtet ist der Film vielleicht keine Perle seiner Art, doch für sein Entstehungsjahr schon sehr beachtlich, zudem dank pausenloser Keilereien auf hohem Niveau nie langweilig. Bisweilen sogar urkomisch, vor allem wenn Conan Lees Frisur im Mittelpunkt des Geschehens steht.

Wertung: (6 / 10)

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