Nightmare Man (USA 2006)

nightmaremanBereits im Vorspann von „Nightmare Man“ heißt es: „A Rolfe Kanefsky Flick”. Nicht Film, nicht Movie, sondern Flick. Die Bedeutung ist grundlegend identisch, übersetzt aber meint letzteres den Streifen, die eher umgangssprachliche Form für Genreproduktionen fernab jedweden Anspruchs. Das kann ironisch gemeint sein, ist es bei Kanefsky vielleicht auch. Er aber brachte uns solch krudes Horror-Stückwerk wie „Corpses“ oder „Dead Scared“. Da hilft auch Ironie nicht mehr viel. Unfreiwillige Komik vielleicht. Mit der aber ist höchstens denjenigen Zuschauern geholfen, die solche Perlen der Filmkunst mit Hochprozentigem zu zelebrieren pflegen.

Ist er nun Hirngespinst oder wahrhaftige Spukgestalt? Ellen (Blythe Metz, „Jacqueline Hyde“) jedenfalls glaubt an die Existenz des Nightmare Man, einem gehörnten Teufel, der mit der postalischen Lieferung einer angeblichen Fruchtbarkeitsmaske in ihr Leben trat. Und weil die in hoher Dosierung eingeworfenen Tic Tacs partout nicht helfen wollen, beschließt ihr Mann William (Luciano Szafir) sie einzuweisen. Unterwegs jedoch geht ihnen das Benzin aus. Also lässt der Gatte Ellen allein im Wald zurück, was bei mental beanspruchten Individuen bekanntermaßen zur Heilung beiträgt.

Es dauert also nicht lange und der Alptraummann sucht die vermeintlich Irre heim, schlitzt die Sitzpolster des Wagens auf und scheucht sie quer durchs Unterholz. Bis in ein einsam gelegenes Forsthaus, wo zwei Paare, darunter die von Kanefsky gern besetzte Tiffany Shepis („Strippers vs. Zombies“), der Entspannung frönen. Mit der ist es fortan vorbei, beschränkt sich die maskierte Kreatur doch nun nicht mehr allein auf Ellens Ableben. Umgarnt wird der folgende Überlebenskampf durch strenge Ideenlosigkeit, ein bisschen Blut und Anleihen bei „Tanz der Teufel“.

Die Frage, ob Ellen nun wirklich geisteskrank ist, beschäftigt nicht lange. Warum auch? Die „Güte“ der Schauspieler lässt das baldige Ableben der Protagonisten herbeisehnen, wobei die deutsche Synchronisation mal wieder die wahren Alpträume besorgt. So geschieht denn nicht eben viel, bis der den Sachverhalt (vorerst) klärende Twist um die Ecke poltert. Der aber schert keine Tüte Mücken, schließlich fehlt es diesem „Flick“ in jeder Hinsicht an Überzeugungskraft. Die Inszenierung ist mies, die Tricks nicht einmal durchschnittlich. Ein B-Movie ohne Sinn, Verstand und, was am schlimmsten wiegt, ohne echtes Spaßpotential.

Wertung: 2 out of 10 stars (2 / 10)

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