Nightmare City 2035 (USA/BG 2007)

nightmare-city-2035„You sub-human. I´ll get you.” – McDowell

Die Zukunft verheißt nichts Gutes. Aber egal, was auch kommen mag, es kann unmöglich so dämlich sein, wie es die Sci-Fi-Utopie „Nightmare City 2035“ vorgaukeln will. Der Titel des Films ist Programm, zumindest bezogen auf den Alptraumteil. Selten war der prophetische Blick auf das mögliche übermorgen unsäglicher in ein Lichtspiel verpackt. Über den Plot lässt sich noch hinwegsehen. Über das grausige Schauspiel mit ausreichend Güte vielleicht auch. Bei der visuellen Umsetzung aber richten sich die Zehennägel auf. Die in Bulgarien entstandene Low Budget-Produktion fährt Computertricks auf, bei denen man vor Fremdpeinlichkeit am liebsten im Boden versinken möchte.

Den Gesellschaftsentwurf borgten sich die Macher bei „Demolition Man“ und „Matrix“. Darin herrscht ein totalitäres System, das die Menschen durch implantierte Mikrochips überwacht. Die schöne neue Welt der friedlichen Megacity aber ist eine Illusion, das blühende Stadtbild per Animation einfach über triste Ruinen gelegt. Sicherheitschef Valentine (Todd Jensen, „Operation Delta Force“) geht die kollektive Verblendung aber noch nicht weit genug. Er will die Bevölkerung durch modifizierte Implantate kontrollieren können. Natürlich nur im Dienste der allgemeinen Sicherheit. Aber es gibt Rebellen, die unter Führung von Kyla (Alexis Thorpe, „The Forsaken“) den Aufstand proben. Zu diesem Zweck manipulieren sie den Chip des Polizisten McDowell (Maxwell Caulfield, „Agent Null Null Nix“), mit dessen Unterstützung es Valentine fortan an den Kragen geht.

Manchmal ist die Realisierung eines Filmprojekts einfach die schlechtere Wahl. Was Regisseur und Co-Autor Terence H. Winkless („Not of this Earth“) mit „Nightmare City 2035” präsentiert, grenzt an Körperverletzung. Bei Massenszenen beispielsweise wird eine Ansammlung von Statisten einfach dupliziert. Der Löwenanteil der CGI-Effekte ist unterirdisch und scheint am Heim-PC eines Viertklässlers entstanden zu sein. Dazu kommen Schauspieler, die wohl selbst nicht wissen, ob sie angesichts des grassierenden Unvermögens lachen oder weinen sollen. Das Skript ist hanebüchen, die Action hundsmiserabel und der Soundtrack klingt nach GEMA-freier Musik aus dem letzten Jahrtausend. Ein Streifen, so schlecht, das muss man gesehen haben, um es zu glauben. Nur, wer will das schon?

Wertung: 1 out of 10 stars (1 / 10)

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