Next Life – Artificial Divinity (2011, Fysisk Format)

Musik sollte für Kopf und Bauch gleichermaßen gemacht sein, also unterhalten und doch einen gewissen Anspruch wahren. Der kann sich über vielschichtige Klanggebilde oder auch irgendwie bewegende Texte formieren. Schwierig wird es bei rein instrumentalen Platten, denen fast naturgemäß eine gewisse Sperrigkeit anhaftet. Beim norwegischen Duo NEXT LIFE und ihrem Langspieler „Artificial Divinity“ kommt noch ein Hauch Reizüberflutung hinzu. Denn die zwischen reduziert und ausufernd mäandernden Songs bewegen sich im Sog von Elektro-Sprengseln und progressiv gefärbten Metal-Riffs stets am Rande der Abstumpfung.

Ein gewisser grundlegender Reiz kann den meist um eineinhalb Minuten Spielzeit rankenden Stücken sicher nicht abgesprochen werden. Aber nicht allein die zwischengestreuten hauchzarten Intermissionen bleiben ihre atmosphärische Berechtigung schuldig. Es scheint ein ganzheitliches übergeordnetes Konzept zu fehlen, das Computerfiepen und scheinbar kopflos verschachtelten Instrumentalsounds einen einenden Überbau bescheren könnte. So wirkt „Artificial Divinity“ in partieller Anlehnung an Nintendo-Core der Gangart HORSE THE BAND eher wie ein willkürliches Klangpuzzle, ein Mosaik auditiver Intuitionen, dessen Wirkung über die allgegenwärtige Flüchtigkeit kaum zur Geltung kommt. Und damit ist weder Kopf noch Bauch wirklich geholfen.

Wertung: (5 / 10)

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