New Atlantic – The Streets, the Sounds, and the Love (2007, Eyeball Records)

Indie-Rock ist nicht Emo. Letzteres ist zum Schimpfwort für pubertierende Bands und ihre Hörerschaft geworden. Weichgespült massenkompatible Retortenmucke, die sich bis in die Charts mogelt und auf dem Buckel des Indie Millionen scheffelt. So negativ es klingt, so sehr sei jenen Kindern des Kommerzes ihr Erfolg gegönnt. Denn sie wissen sich ihr Stück des schnell verputzten Kuchens abzubeißen. Wenn auch auf Kosten der Glaubwürdigkeit. Davon sind NEW ATLANTIC weit entfernt. Ihr Debütalbum „The Streets, the Sounds, and the Love“ ist zwar radiotauglich soft gehalten, bleibt aber von einer rockigen Schwermut umweht, die ihre Wurzeln abseits des großen Rummels zieht.

Melodiebewußt, mit lang gezogenem Säuselsingsang schafft der Fünfer aus New Jersey eine bittersüße Atmosphäre. Zwischen Pop und Rock richtet sich das Gespann häuslich ein und liefert bei bestechender Produktion eine rundum zufriedenstellende Scheibe ab. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Denn bei aller Gefälligkeit muss ihnen attestiert werden, dass sämtliche Versatzstücke ihres Schaffens schon weit besser umgesetzt wurden. Ob nun THE STEREO oder MOTION CITY SOUNDTRACK (wenn auch ohne Emo-Orgel), die Riege der Vorreiter ist lang und undurchdringlich. NEW ATLANTIC werden ihren Weg gehen, weil sie gefallen, ohne anzustrengen. Der erhöhte Gleichklang stört da meist wenig. Indie ist zwar nicht Emo. Wie die Raben geklaut wird aber auch dort. Aber wenn, dann immerhin mit Stil.

Wertung: (6,5 / 10)

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