Neues vom Wixxer (D 2007)

neues-vom-wixxerEs gibt Menschen, denen darf man einfach keinen Stift in die Hand geben. Und wenn man es doch tut und diese Sinnlegastheniker dann auch noch ein Drehbuch verfassen, sollte man sich als Mensch mit klarem Verstand hüten, dies Dokument des Versagens zu verfilmen. Beide Warnungen haben die Regisseure Cyrill Boss und Philipp Stennert unachtsam in den Wind geschlagen und somit dem Trio Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka und Oliver Welke zur schlechten Fortsetzung eines eh schon schlechten Filmes verholfen. Aber was soll man von Veteranen der grauslichen ProSieben „Märchenstunde“ auch anderes erwarten.

Die Story ist dünn und es nicht mal wert, hier auf großer Fläche breitgetreten zu werden. Wieder jagen die Scotland Yard-Ermittler Very Long (Pastian Pastewka) und Even Longer (Oliver Kalkofe) den Killer mit dem dämlichen Namen und der noch dämlicheren Maske – den Wixxer, der einmal mehr das deutsche London in Angst und Schrecken versetzt. Angereichert ist der „Plot“ diesmal mit einer klischeehaften Liebesgeschichte und wie gehabt jeder Menge Gastauftritte von Grandseigneurs wie Blacky Fuchsberger und Subkulturnebenprodukten wie Martin Semmelrogge und Frank Zander. Letztere sind übrigens – Überraschung – in der deutlichen Überzahl.

Was soll man über die 100 Minuten Folter groß sagen? Das „Autoren“-Trio Kalkofe/Pastewka/Welke (WELKE!!!) versucht sich an Slapstick und Pimmelwitzen, versucht die Fußstapfen der Zucker-Filme vom Schlage „Die Nackte Kanone“ zu füllen – und versagt kläglich. „Neues vom Wixxer“ ist ein Film, der bis auf einen kurzen Auftritt vom Vorzeigeintellektuellen Roger Willemsen vollkommen ohne funktionierende Witze auskommen muss und ist damit – man höre und staune – noch mal schlechter als der schon unterirdische Vorgänger.

Die Probleme des Films sind manigfaltig: Oliver Kalkofe kann ums verrecken nicht Schauspielen, Oliver Welke bekanntermaßen nicht mal moderieren, geschweige denn Witze machen, Bastian Pastewka verkauft sich deutlich unter Wert, Christoph Maria Herbst, im ersten Teil mit seiner Hitler-Parodie noch ganz witzig, überspannt hier den Bogen deutlich und bleibt somit auch weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Das schlimmste an „Neues vom Wixxer“ ist allerdings der Abspann: Wie schon im ersten Teil wird hier – und da wird es wirklich gruselig – eine WEITERE Fortsetzung angekündigt. Titel: „xXx – Triple Wixxx“. Wer jetzt lachen musste, der ist vielleicht auch mit diesem Machwerk ganz gut bedient. Allen anderen sollte das kalte Grausen über den Rücken kriechen. Wenigstens das rückt „Neues vom Wixxer“ halbwegs in die Nähe der glorreichen Edgar Wallace-Verfilmungen.

Wertung: (3 / 10)

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