Nervöus – Konfetti & mutwillige Zerstörung (2013, Moment of Collapse)

nervouskonfettiSoll man nun Papierschnipsel oder doch lieber Steine werfen? Vielleicht auch einfach aufstehen und Applaus dafür spenden, dass NERVÖUS sämtliche Befürchtungen, die das kleingeistige Spartendenken anlässlich von Bandnamen und Albumtitel „Konfetti & mutwillige Zerstörung“ befeuert, zu zerstreuen wissen. Denn was die Berliner auf ihrem (Mini-)Album abliefern, ist ein ebenso rüder wie gefälliger Mix aus Post-Punk und Post-Hardcore – DIY-Schmiss inklusive. Der melodische Grund wird von rauem Geschrei überlagert, was Erinnerungen an MALKOVICH weckt. Nur wird hier eben deutsch gesungen. Oder besser geplärrt.

Lässt man den verzichtbaren Rahmen dreier kurzer Soundcollagen mit Elektro- und Dub-Anflügen außen vor, bleiben sechs Songs übrig, die ein mehr als stattliches Empfehlungsschreiben abbilden. Deren erster „Im Puls“ wirkt beim Refrain ein wenig holprig, gefällt aber durch konsequente Abkehr von Gefälligkeitstrends. Vor allem die abwechslungsreichen Melodien sorgen in der Folge aber für Lust auf mehr. „Philosymfonie“, das (zwischenzeitlich) von klarerem Gesang geprägte „Phänomen“ oder „Empatheroine“ machen Spaß, ohne beim ruppigen Schalten in höhere Gänge den Tritt in den Arsch zu vergessen. Zum Konfetti kann man in diesem Falle also gleich auch Steine schmeißen.

Die Platte erschien via Moment of Collapse übrigens als transparente, auf 300 Exemplare limitierte 12″. Digital bieten NERVÖUS ihr Werk auf der Bandcamp-Seite übrigens zum kostenlosen Download an. Spenden erbeten!

Wertung: (7 / 10)

 

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