Needle (AUS 2010)

needleMystery-Morde aus der Kiste: Zwei Jahre nach dem Ableben seines Vaters bekommt Ben Rutherford (Michael Dorman, „Daybreakers“) vom Familienanwalt eine merkwürdige Schatulle überreicht. Allem Anschein nach stammt diese aus der Periode des Fin de siècle und scheint zudem auch sehr wertvoll zu sein. Denn es dauert nicht lange und ein erster Interessent erklärt sich zum Abkauf bereit. Doch bevor Ben dazu kommt, das teure Stück gegen eine halbe Million Dollar einzutauschen, verschwindet das Artefakt aus dem ach so sicheren Versteck unter dem Bett. Der Dieb indes denkt nicht daran seine Beute zu veräußern, weiß er doch um die Möglichkeiten des Kästchens, eine ebenso mysteriöse wie todbringende Apparatur.

Bereits die Aufschrift auf dem Deckel ´Le Vaudu Mort´ (Voodoo Tod) spricht eine deutliche Sprache. Bald schnippelt der wissende Räuber an einem Foto herum, auf dem Ben und sein College-Freundeskreis abgelichtet sind, um die ausgeschnittenen Portraits der höllischen Maschine zukommen zu lassen. Mit der Folge, dass die Abgelichteten in bester Voodoo-Manier qualvolle Tode sterben. Obendrein taucht Bens verhasster Bruder Marcus (Travis Fimmel, „The Experiment“) in der Stadt auf. Nach anfänglichen brüderlichen Schwierigkeiten erweist sich dessen neue Tätigkeit als Lichtbildner im Dienste der Polizei jedoch als sehr dienlich, um bei der gemeinsamen Recherche einige dunkle (Familien-)Geheimnisse ans Licht zu bringen.

Im Slasher-Genre sind innovative Variationen nicht grade an der Tagesordnung. Wie auch? Das Sujet an sich lässt schon nur bedingten Spielraum für Neuerungen. Den Wenigsten dürfte „Wishcraft“ ein Begriff sein, der mehr schlecht als recht übernatürliche Elemente mit klassischem Slasher zu vereinen versuchte. „Needle“ macht da einiges besser, auch wenn John V. Sotos (hat seit dem drögen „Crush“ einiges dazu gelernt) Okkult-Schlitzer gewiss keine neue Dimension des Horrors eröffnet. Auch wenn die Handlung brav den Gesetzmäßigkeiten des Genres folgt – auch in Australien wird nicht von einem im Sanatorium dahin vegetierenden Zeugen abgesehen – wird der Zuschauer recht gut bei der Stange gehalten.

Einerseits sind die Morde recht blutig in Szene gesetzt, doch beglückt den Zuschauer daneben auch eine konsequente Mystik, die durch gelungene Licht-/Schatten- und Soundvariationen Ausdruck erhält. Die Spannung wird auch dadurch aufrecht erhalten, dass der übernatürliche Killer ohne Ankündigung zu jedem beliebigen Zeitpunkt zuschlägt. Zum Schluss geht leider viel des Reizes verloren. Nicht nur, dass das Motiv des Meuchlers recht traditionell ausfällt, auch der dürftige Showdown wird viel zu schnell über die Bühne gebracht. Doch auch wenn der Endspurt im Vergleich zum Rest abfällt, ist „Needle“ eine willkommene Abwechslung zu all den Reboots, Midquels, Rip-Offs und anderen Geißeln des modernen Horrorfilms.

Wertung: (5 / 10)

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