Navy Seals (USA 1990)

navysealsEin degenerierter Ballerfilm mit Starbesetzung: In „Navy Seals“ machen Charlie Sheen („Rookie – Der Anfänger“), Michael Biehn („Terminator“), Dennis Haysbert („24“) und Bill Paxton („Twister“) islamischen Terroristen den Garaus. Als tollkühne Eliteeinheit befreien sie die Besatzung eines abgeschossenen amerikanischen Militärhubschraubers aus der Hand brutaler libanesischer Kidnapper. Dabei stoßen sie auf gestohlene Stinger-Raketen. Anstatt diese unschädlich zu machen, zieht sich das Sonderkommando zum eigenen Schutz jedoch zurück.

Den Vorgesetzten gefällt das gar nicht, schließlich versäumten es die Seals auch noch, den als Gefangenen getarnten Anführer der Terroristen festzusetzen. In seiner kriegerischen Ehre verletzt, stellt Befehlshaber Curran (Biehn) Nachforschungen an, was ihn der Journalistin und Nahost-Expertin Claire (damals noch die Gattin von Val Kilmer: Joanne Whalley, „Kill Me Again“) näher bringt. Durch den Leichtsinn von Draufgänger Hawkins (Sheen) stirbt bei der Entführung eines Informanten in Beirut zudem der Getreue Graham (Haysbert). Ausreichend Raum zur Wiedergutmachung erhält er bei der finalen Rückkehr in die endzeitliche Kapitale des Libanon.

Die Action inszenierte Lewis Teague, der durch die Stephen King-Adaptionen „Cujo“ und „Katzenauge“ bekannt wurde, so stramm wie sehenswert. Effektreich und mit ausreichendem Härtegrad wird hinter Festungsmauern oder beim Häuserkampf im zerstörten Beirut geschossen und gestorben, was die High Tech-Waffen hergeben. Freunde aufwendig gestalteter Scharmützel kommen so gewiss auf ihre Kosten. Der Preis allerdings ist tendenziöses Säbelrasseln, eintönige Feindbilder und die hurrapatriotische Zurschaustellung militärischer Effizienz.

Zwischen den Einsätzen soll das Menschliche der Vollblutsoldaten zum Vorschein kommen. Wenn Sheen aber nicht gerade bei kumpelhaften Saufgelagen „Kopfgranaten“ verteilt oder auf dem Weg zu Grahams Hochzeit in aufgesetzter Coolness aus dem fahrenden Auto von einer Brücke springt, tritt das Vakuum zutage, in das die Schreiber Chuck Pfarrer („Harte Ziele“) und Gary Goldman („Total Recall“) die furchtbar eindimensionalen Figuren betteten. Politisch bleibt „Navy Seals“ ein Kind der Achtziger, greift immerhin in technischen Belangen aber über das Jahrzehnt der in Patriotismus geschwenkten Helden hinaus. Wer darüber hinwegsehen kann, dem vertreiben die prallen Scharmützel zünftig die Zeit.

Wertung: (5 / 10)

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