Nachts im Museum (USA/GB 2006)

nachts-im-museumKaum jemand versteht sich so auf die Verkörperung des liebenswerten Verlierers wie Ben Stiller („Meine Braut, ihr Vater und ich“). So auch in „Nachts im Museum“, der ihn als Larry Daley an gewohnter Erfolglosigkeit darben lässt. Bis er einen Job als Nachtwächter im städtischen Naturkunde- und Geschichtsmuseum antritt. Widerwillig zwar, doch in fester Absicht Ex-Gattin Kim Raver („24“) und Sohnemann Jake Cherry („Friends with Money“) von neugewonnener Zuverlässigkeit zu überzeugen. Das Besondere an seiner Arbeit zeigt sich derweil schon in der ersten Nacht, erwachen doch die Ausstellungsstücke zu vorgerückter Stunde zum Leben.

Unter der Regie von Shawn Levy („Der rosarote Panther“) wird die Vorlage des kroatischen Illustrators Milan Trenc zur harmlosen Fantasy-Komödie. Mehr für kleine als erwachsene Zuschauer konzipiert, greift das Vergnügen am Effektfeuerwerk durchaus auch auf ein reiferes Publikum über. Diese Stärke des Films ist gleichzeitig seine Schwäche, wird über die Zelebrierung zeitgemäßer Tricktechniken doch ein ums andere Mal die Geschichte außer Acht gelassen. Wenn sich Larry dem Spieltrieb eines skelettierten Tyrannosaurus ausgesetzt sieht oder vor Attila dem Hunnen flüchten muss, sorgt das für turbulente Verwicklungen und Tempo. Nur lässt diese Art der Erzählung keine Einbindung echter Charaktere zu.

Der Aufbau vollzieht sich formelhaft. Als Familienfilm wird versucht, es allen Recht zu machen. Den Kleinen durch ein Füllhorn fantastischer Bilderwelten, den Großen durch Gastspiele von Robin Williams („Good Morning Vietnam“), Owen Wilson („Starsky und Hutch“) und Steve Coogan („In 80 Tagen um die Welt“). Gerade die beiden Letztgenannten haben als zerstrittene Dioramafiguren aus Wildwest- und Antikschaukasten die meisten Lacher auf ihrer Seite, müssen sich schlussendlich aber einer kindgerechten Moral unterordnen.

In weiteren Nebenrollen treten Britcom-Star Ricky Gervais („Extras”) und die Altstars Dick van Dyke („Mary Poppins“), Mickey Rooney („Frühstück bei Tiffany“) und Bill Cobbs („Silkwood“) in Erscheinung. Die Rentnerriege, Larrys Vorgänger als Museumswächter, müssen am Ende für schwach konstruierte Verwicklungen um eine altägyptische Tafel herhalten. Die viel versprechende Grundidee hätte mehr hergegeben als solch massenkompatiblen Hollywood-Ulk, der, routiniert gespielt und sehenswert visualisiert, nette Zeitverschwendung mit deutlichen Anleihen bei „Jumanji“ ist. Nicht eben überzeugend, dafür im Rahmen purer Unterhaltung seine Daseinsberechtigung formulierend.

Wertung: (6 / 10)

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