My Life in Black and White – Columbia (2014/2016, DIY/Gunner Records/Broken Silence)

my-life-in-black-and-white-columbia„Baby, the best in life is yet to come.“ – ‘Too Close to Home’

Das Leben ist nicht nur schwarz und weiß. Manchmal spielt es auch ein wenig ins Gräuliche. Ob es die alltägliche Tristesse ist, die MY LIFE IN BLACK AND WHITE zu ihrem Namen gebracht hat, lässt sich nur mutmaßen. Fest jedoch steht, dass der Fünfer aus Portland, Oregon, mit „Columbia“ (für einen längeren Titel blieb auf dem Cover kein Platz) eine Platte vorgelegt hat, die meilenweit von schnöder Farblosigkeit entfernt rangiert. Produziert haben sie das Werk 2014 selbst, für die nachgelegte Veröffentlichung in unseren Breiten konnte Gunner Records als Partner gewonnen werden. Sympathisch erscheint insbesondere folgender Satz im Booklet: „Please copy this album for your friends, and then bring them to a show.“

Die Oberfläche erscheint herzlich. Nur was verbirgt sich darunter? Ganz einfach: Punk-Rock. Na gut, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn zu dem gesellt sich eine gute Portion Folk. Das ist in der Mischung wahrlich keine Novität, erhält seinen Reiz jedoch durch vereinzelt schwermütig angehauchte Balladen (richtig gut: „Too Close to Home“) und insgesamt ansprechendes Tempo. Gefangen nimmt die Scheibe aber insbesondere durch hymnisch aufgeschwungene Vocals, die mit „Working Man“, „Broken Wings“, „(Hold Fast) San Francisco“, „Wasted“ oder dem kritischen „Marching Orders“ eine ganze Reihe feiner Songs prägen. Über die Dauer der 14 Nummern (im Gegensatz zur US-Version gibt es bei uns zwei Bonus-Tracks) mag stellenweise das letzte Quäntchen Begeisterungsfähigkeit fehlen, doch ändert das nichts an der grundlegenden Klasse von Band und Album. Wer von GET DEAD einfach nicht genug bekommen kann, ist hier genau an der richtigen Adresse.

Wertung: (7,5 / 10)

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