MxPx – The Renaissance EP (2001, Fat Wreck)

mxpx-the-renaissance-ep„I want to make a difference in this world…“ – ‘Don’t Look Back’

Wie so viele andere Bands landeten auch MXPX irgendwann bei Fat Wreck. Die Jungs aus Bremerton, Washington, hatten bis zur Jahrtausendwende fünf Alben und vier EPs vorgelegt, Major-Luft geschnuppert und respektable Charts-Platzierungen erreicht. In der christlichen Musik-Rangliste (das gibt es wohl nur in den USA!) schafften sie es mit „The Ever Passing Moment“ gar auf den ersten Platz. Ihre Musik hatte über die Jahre einen deutlich stärkeren Pop-Punk-Anstrich erhalten. Dieser Entwicklung wollten sie mit der „Renaissance EP“ entgegenwirken und mit Rückendeckung von Fat Mike an die (verhältnismäßig) ungestüme Zeit ihrer ersten drei Langspieler anknüpfen. So weit zur Intention…

Viel zu tun gab es für Fat Wreck nicht. Die Produktion übernahm das Trio selbst, Sänger und Bassist Mike Herrera besorgte zudem Aufnahme und Mix. Die Grundvoraussetzungen schienen optimal und tatsächlich kletterte das neun Tracks starke Mini-Album bis auf Rang 3 der Indie-Charts. Allerdings sagt das nichts über die Qualität aus. Denn beliebiger klangen MXPX wohl nur auf dem Folgelangspieler „Before Everything and After“. Die angestrebte Härte wird einzig bei den Richtung Hardcore tendierenden „Time Will Tell“ und „Talk of the Town“ spürbar. Doch sind auch diese Nummern überraschend weit vom Singalong-Standard früherer Veröffentlichungen (insbesondere „Life in General“) entfernt.

Der Opener „Lonesome Town“, das Orgel-begleitete „The Opposite“ oder „Don’t Look Back“ fahren zwar butterweiche Melodien auf, hervor sticht schlussendlich jedoch kein Beitrag. Die EP dümpelt ohne nennenswerte Ausschläge nach oben vorüber und gestaltet es selbst beim x-ten Durchlauf schwierig, sich an einzelnen Stücken festzuklammern. Von einer Renaissance ist das unter dem Strich weiter entfernt als das Christentum von wissenschaftlicher Aufklärung. Dass das Fat Wreck-Gastspiel von MXPX nach der ebenfalls 2001 vorgestellten „Fat Club-7″“ endete, dürfte daher auch niemanden ernsthaft traurig gestimmt haben.

Wertung: (5 / 10)

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