Mutiny On the Bounty – Digital Tropics (2015, Redfield Records)

mutiny-on-the-bounty-digital-tropicsEs gibt Bands, die ohne auch nur ein Wort zu sagen eine Menge ausdrücken können. LONG DISTANCE CALLING zum Beispiel, oder SKY ARCHITECTS oder EXPLOSIONS IN THE SKY. Trotz des fehlenden Gesangs, oder vielleicht gerade sogar deswegen, gelingt es diesen Künstlern, auf einem sehr grundlegenden emotionalen Level zu kommunizieren. MUTINY ON THE BOUNTY sind leider keine dieser Bands. Vielmehr spielen die Luxemburger die Art von emotionsbefreitem Post-Rock, wie ihn zum Beispiel Bands wie ANIMALS AS LEADERS (allerdings mit deutlich abweichendem Klang) bieten: Handwerklich perfekt, mit einem sehr eigenständigen Stil, aber ohne tiefgreifende Aussage und eher auf technische Finesse bedacht als auf das Feeling der eigenen Songs.

MUTINY ON THE BONTY spielen sich auf „Digital Tropics” durch 10 dick produzierte Tracks, die allerdings in Sachen Songwriting nur an den seltensten Punkten mitreißen können. Zum Einen liegt das, wie bereits erwähnt daran, dass die Songs Emotionalität vermissen lassen, was sicherlich ein subjektiver Minuspunkt ist. Zum Anderen aber auch daran, dass das Songwriting sich einfach zu viel Zeit nimmt. Gerade, weil kein einziger Ton Gesang auf dem Album zu finden ist, wird dem Zuhörer schmerzhaft bewusst, dass einzelne Teile der zehn Songs einfach viel zu lange durchgehalten werden. Hätte man „Digital Tropics” auf die Hälfte seiner Spielzeit gekürzt, hätte jeder der einzelnen Parts immer noch mehr als genug Zeit besessen, sich zu entfalten. Dass MUTINY ON THE BOUNTY viel mit Variationen der einzelnen Versatzstücke arbeiten, macht den Braten dabei letztendlich auch nicht mehr fett. Hinzu kommt immens wenig Variation zwischen den einzelnen Stücken, so dass „Digital Tropics” leider ein wenig mitreißendes, oftmals langweiliges, wenn auch technisch anspruchsvolles Post-Rock-Album geworden ist.

Wertung: (4 / 10)

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