Murphy’s Law (USA 1986)

murphys-law-bronson‘Murphy´s Law’ ist ein Theorem des Volksmundes, nach dem schief geht, was schief gehen kann. Bei Charles Bronson („Death Wish“) stößt die Faustregel an ihre Grenzen. Das Gesetz der Unberechenbarkeit wird durch ihn einfach umgedeutet: „Leg dich lieber nicht mit Jack Murphy an.“ In seiner Doppeldeutigkeit gibt sich der Titel von „Murphy’s Law“ augenzwinkernd. Bronson ist jener Jack Murphy, ein abgehalfterter Bulle, der an der Flasche hängt und böse Buben gern mit Blei vollpumpt. Eigentlich ist alles wie immer – bis auf den Brummschädel und das merklich ergraute Haupthaar.

Dieser Quasi-Dirty Harry mit Alkoholfahne ist für Kollegen, vorgesetzte und Mitmenschen ein echtes Ärgernis. Findet auch die vor Jahren von ihm in den Knast bugsierte Psychopathin Freeman (Carrie Snodgress, „Pale Rider“), die es ihm nun mit gleicher Münze heimzahlen will. Doch auch ohne ihr Zutun wird er vom Schicksal gebeutelt: Die vorlaute Kleinkriminelle Arabella (Kathleen Wilhoite, „Road House“) stiehlt seinen Wagen, brettert damit durch die Front eines Restaurants und wiedersetzt sich seiner Verhaftung mit einem kräftigen Tritt in die Eier.

Tags darauf, die Nebelschwaden des allabendlichen Saufgelages haben sich kaum gelichtet, tritt er dem Mafiosi Vincenzo (Richard Romanus, „Codename: Nina“) wegen einer aufgefundenen Frauenleiche auf die Füße, knallt dessen Bruder am Flughafen nieder und erntet die zuvor gesäte Zwietracht. Doch dann erschießt Freeman Murphys Ex-Frau und schiebt ihm, Rache ist süß, die Schuld zu. Einer Verurteilung aber entzieht er sich, ausgerechnet an Quälgeist Arabella gekettet, kapert einen Helikopter und macht sich daran, seinen Widersachern die Zähne zu zeigen.

Der altmodische Rumpel-Actioner aus der berüchtigten Golan-Globus-Schmiede Cannon lässt kein Klischee aus. Von ersprießlichem Unterhaltungswert ist er dennoch, was neben dem herben ‘Anything goes’-Krawall am launigen Funken Selbstironie liegt. Den braucht der von Bronsons Ehefrau Jill Ireland Co-Produzierte Streifen auch, um die akute Dämlichkeit des Plots zu mindern. Die zeigt sich beispielsweise in der Bruchlandung des zur Flucht entwendeten Hubschraubers in ein Farmhaus, wo der rüstige Rüpel gleich drei Gangster aufmischen darf, die vor Ort Marihuana anbauen.

In der Folge stellen Murphy und Sidekick Arabella Unterweltboss Vincenzo nach, der zwar mit dem Tod der Ex-Gemahlin nix am Hut hat, nun aber seinerseits zum Angriff bläst. Killerin Freeman, die inzwischen sämtliche Bekannte des Intimfeindes ausradiert hat, lädt anschließend zum knalligen Showdown, wo alle Parteien ihr gerechtes Schicksal ereilt. Die von J. Lee Thompson („Kinjite – Tödliches Tabu“) solide heruntergekurbelte Brutalo-Sause braucht den Mafia-Subplot bloß der erhöhten Gegnerschaft wegen. Die wonnige Snodgress allein genügt einfach nicht, zumal der Thriller-Grundlage jegliche Spannung fehlt. Ausgegoren ist die ganze Schose beileibe nicht. Auf ihre Art macht sie dennoch Spaß.

Wertung: (6 / 10)

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