Mr. Deeds (USA 2002)

mr-deedsMit Remakes bekannter wie beliebter Screwball-Komödien ist das so eine heikle Angelegenheit. Nicht zuletzt, weil der Geist der Klassiker sowie der Stil begnadeter Regisseure wie dem jüngst verstorbenen Billy Wilder („Manche mögen’s heiß”) oder Frank Capra („Mr. Smith geht nach Washington”) meist nicht mit der heutigen Zeitauffassung korrespondieren. Letzterer musste auch diesmal wieder für einen Rattenschiss von Neuverwertung herhalten, in diesem Falle sein 1936 gedrehter Komödien-Evergreen „Mr. Deeds geht in die Stadt”. Seinerzeit verkörperte Gary Cooper den herzensguten Hinterwäldler Longfellow Deeds, nun gibt sich Hampelkasper Adam Sandler die Ehre. Und das sagt eigentlich schon wieder alles.

Machen wir es kurz, gutmütiges Landei (Sandler) erbt 40 Milliarden Dollar in Aktien und macht sich auf, sein beschauliches kleines Kaff zu verlassen und einen Trip in die große böse Stadt New York zu wagen. Dort will die durchtriebene Geschäftsleitung das Firmenimperium nach der Auszahlung des Erbes an den Naivling splitten und verkaufen. Nebenbei verliebt sich Deeds in Babe (Winona Ryder, „Bram Stoker’s Dracula”), nicht ahnend, dass sich hinter der liebenswürdigen Fassade eine sensationsgeile Klatschreporterin verbirgt. Der Rest ist ein Sammelsurium an aufgewärmten Kalauern und einfallslosem Nonsens. Am Schluss haben sich dann alle furchtbar lieb, die Schlechten kriegen was sie verdienen und der Zuschauer ärgert sich über knapp 90 vertane Minuten, die erneut die Einsicht vermitteln wollen, dass ehrlich doch immer noch am längsten währt.

Der unter der Regie von Steven Brill, bereits verantwortlich für Sandlers Megaflop „Little Nicky”, entstandene Film ist zwar grundlegend weit weniger klamottig als manch anderer Streifen mit und um den kalauernden Sandler, kommt aber trotz allem nicht über eine Handvoll zündender Gags hinaus. Das mag einerseits dem erschreckend schwachen Drehbuch zuzuschreiben sein, andererseits aber auch dem x-ten Aufguss von Sandlers immer gleich vorgetragenem Spiel. Ob nun „Billy Madison”, „Happy Gilmore” oder „Big Daddy”, fortwährend bedient sich der blasse Mime den gleichen Konturen für seine Figuren und sorgt so für eine fast peinliche Monotonie seiner Performances. Fans seichter Unterhaltung kümmert das allerdings herzlich wenig, so dass „Mr. Deeds” bis dato bereits rund 130 Millionen Dollar Kasse allein in den Staaten verbuchen konnte und Sandler nach einigen Flops wieder in rentable Gewinnzonen führt.

Sicherlich weist der Film aller Negativkritik zum Trotz einen gewissen Unterhaltungswert auf und lässt eher der Romanze zwischen Sandler und Ryder Raum, tröstet aber nicht über quälend flache Witze und akute Ideenlosigkeit hinweg, der jeden Anflug von Spritzigkeit oder Originalität vermissen lässt. Obendrein verwundert es zutiefst, was gestandene Charakterdarsteller wie Indie-Ikone John Turturro („Illuminata”) in solch einem Streifen verloren haben. Daneben agieren unter anderem noch der unfassbar dröge Peter Gallagher („Während du schliefst”) und Steve Buscemi („Ghost World”), aller subtilen Genialität zum Trotz beinahe Dauergast in sämtlichen Sandler-Filmchen. Letztendlich erwähnenswert wäre höchstens der durchaus komische Cameo-Auftritt vom alternden Tennis-Proll John McEnroe. Alles in allem wieder mal ein Remake, das niemand braucht, besetzt mit einem beliebten Comedy-Hanswurst. Schönen Dank auch.

Wertung: 3.5 out of 10 stars (3,5 / 10)

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