Mortal Kombat (USA 1995)

mortal-kombatSeit Beginn der Neunzehnneunziger erfreuen sich Videospielverfilmungen einiger Beliebtheit. Zu verdanken ist dies in erster Linie den populären Titeln. Denn qualitativ sind Werke wie „Double Dragon“ oder „Street Fighter“ kaum der Rede wert. Von den Ergüssen eines Uwe Boll („House of the Dead“) ganz zu schweigen. Auch „Mortal Kombat“, mit dem der spätere „Resident Evil“-Regisseur Paul W. S. Anderson sein Kinodebüt ablieferte, konnte den Erwartungen der Fangemeinde nicht standhalten. Vor allem nicht, weil vom krückenbrutalen Konsolen-Klassiker nicht viel übrig blieb. Trotzdem setzte der Film weltweit mehr als 120 Millionen Dollar um und der Dance-Trash-Soundtrack brachte es gar zu Platin-Status.

Und reichlich auf die Fresse gibt es auch bei Anderson, nur ist den meisten Darstellern die mangelnde kampfkünstlerische Vorbildung deutlich anzumerken. Dazu zählt auch der fehlbesetzte „Highlander“-Star Christopher Lambert, der mit weißer Zottelmähne den Donnergott Lord Rayden gibt. Der Plot greift Elemente der Spielhandlug auf und verknüpft diese mit Mustern des Bruce Lee-Klassikers „Der Mann mit der Todeskralle“. Nur wird beim tödlichen Turnierverlauf nicht bloß ums eigene Leben, sondern gleich das Schicksal der ganzen Menschheit gekämpft. Denn der finstere Magier Shang Tsung (Standard-Fiesling Cary-Hiroyuki Tagawa, „Showdown in Little Tokyo“) will für seinen nach interstellarer Allmacht strebenden Meister die Erde unterjochen.

Laut kosmischem Gesetz müssen die auserwählten Kämpfer des Bösen dafür 10 solcher „Mortal Kombat“-Wettstreite für sich entscheiden. Die letzten neun haben sie bereits gewonnen, wobei auch der Bruder von Liu Kang (Robin Shou, „Death Race“) sein Leben verlor. Auf Rache sinnend, stellt er sich der Herausforderung. Doch er und die anderen Streiter für das Gute – von Bedeutung sind lediglich Filmstar Johnny Cage (Linden Ashby, „Into the Sun“) und Polizistin Sonya Blade (Bridgette Wilson, „Last Action Hero“) – sind nicht allein auf die gegenseitige Unterstützung angewiesen, sie brauchen auch die Hilfe des mächtigen Rayden.

Was folgt ist ein mit schwachen Darstellern und noch schwächeren CGI-Effekten aufgeplustertes B-Movie, das sich um Nähe zur Vorlage bemüht, das Potenzial von Plot und Figuren aber plump verschwendet. Das größte Problem ist die mangelnde Überzeugungskraft der Prügelszenarien, die zwar bewährte Antagonisten wie Trevor Goddard („Men of War“) oder Keith Cooke („China O‘Brien“) einbringen, die ruppige Härte des Spiels aber in arg bemühter Coolness ohne nachhaltiges Spaßpotenzial auflöst. Die allgegenwärtige Trash-Note bewahrt das alberne Spektakel vor dem völligen Scheitern. Getrost verzichten kann man auf Andersons Spielverfilmung aber ohne jede Frage.

Wertung: (4 / 10)

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