Moontrap – Gefangen in Zeit und Raum (USA 1989)

moontrap„We don’t take no shit from a machine.“ – Tanner

Etwas ist faul auf dem Mond. Festmachen lässt sich das an einer Robotereinheit, die durch die sandige Oberfläche des Erdtrabanten pflügt und Neil Armstrong bei seiner legendären Landung beobachtet. Was dahinter steckt, klärt sich erst ein Vierteljahrhundert später, als die Astronauten Jason Grant (Walter Koenig) und Ray Tanner (Bruce Campbell) während eines Routine-Einsatzes im Weltraum auf ein Raumschiff stoßen und neben einem mumifizierten Leichnam eine mysteriöse Kapsel mit zur Erde bringen, die wie ein übergroßer Football aussieht. Die eigentliche Sensation an dem Fund: Der tote Astronaut ist 14.000 Jahre alt.

Science-Fiction braucht Geld. Also nicht das Genre an sich, sondern dessen Umsetzung. Insbesondere, wenn ein Großteil der Geschichte im Weltall spielt und obendrein eine mörderische Robotergattung ihr Unwesen treibt. Das Budget, das Produzent und Regisseur Robert Dyke („InAlienable“) für „Moontrap“ zur Verfügung stand, war jedoch äußerst spärlich. Da brauchte es schon eine gehörige Portion Einfallsreichtum und Bastelfleiß. Den Rest müssen die Darsteller übernehmen, die mit „Star Trek“-Navigator Koenig und „Tanz der Teufel“-Star Campbell als Sidekick erfreulich prominent ausfallen.

Platinum Cult hat den Streifen in Deutschland erstmals ungekürzt (es fehlte lediglich eine unbedeutende Handlungspassage) und technisch aufpoliert auf DVD und Blu-ray veröffentlicht. Unter den üppigen Extras finden sich auch ausführliche Interviews mit Koenig und Campbell, wobei vor allem der Zweitgenannte – ungeachtet wahrlich beknackter Fragen – einmal mehr seinen üppigen Charme spielen lässt. Dass „Moontrap“ kein denkwürdiges Filmwerk stellt, macht die sympathische B-Ikone wiederholt deutlich. Aber für ihn wie gleichsam viele Zuschauer, die den Streifen Anfang der Neunziger auf RTL zu sehen bekamen, ist der Nostalgieeffekt nicht zu unterschätzen.

Ein herausragender Film ist Dyke nicht gelungen. Die Erzählung wirkt lückenhaft und übereilt, die Tricks sind nicht allein aus heutiger Sicht antiquiert. Aber die Ambition der Macher und ein nicht von der Hand zu weisender Unterhaltungswert wiegen die (deutlich) erkennbaren Schwächen durchaus auf. Okay, der behäbige Soundtrack nervt und die Story bedient sich bei diversen Klassikern (u.a. „Terminator“ und „Alien“), aber die Idee der vorzeitlichen Mondbewohner hat trotz akuter Erklärungsverweigerung einen gewissen Reiz. Und Koenig darf in einem Mondsarkophag später sogar noch die konservierte Wächterin Mera (Leigh Lombardi) finden und sich mit ihr den Allmachtsplänen der Roboter entgegenstellen.

Wenn sich erwähnter Space-Football im NASA-Hauptquartier öffnet und die darin eingebettete künstliche Intelligenz aus allerlei Metallteilen und der Astro-Mumie einen Kampfroboter fertigt, zeigt sich die Prä-CGI-Effekttechnik von ihrer amüsant altbackenen Seite. Vorweggenommen wird dabei „Virus“, der 10 Jahre später klassischen B-Mustern folgte, im Vergleich aber das nötige Herzblut vermissen ließ. Zwecks Ursachenforschung kehren Grant und Tanner natürlich ins All zurück und müssen bald feststellen, dass die Roboter über die Jahrtausende auf genau die Gelegenheit gewartet haben. Aufregend ist das kaum, irgendwie sympathisch aber trotzdem. In Anlehnung an Neil Armstrong bleibt dies ein wichtiger Schritt für Robert Dyke, aber doch ein recht kleiner für die Filmwelt.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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