Moon 44 (D 1990)

moon-44Schwaben-Spielberg Roland Emmerich besitzt das Talent, aufwendiges Kino mit (verhältnismäßig) moderaten Budgets zu kreieren. Sein Ticket nach Hollywood löste er mit „Moon 44“, einer endzeitlichen Materialschlacht auf Sparflamme. Das Geschick des Regisseurs ist unverkennbar, wenn sein letzter in Sindelfingen gedrehter Streifen auch ungeniert große Vorbilder der Science-Fiction plündert. In Set-Design und Ausleuchtung lehnt er sich bisweilen deutlich an James Camerons „Aliens“ an. Das wiederum stört nicht weiter, erweist sich der darunter gestrickte Plot doch als äußerst schwachbrüstig.

2038 sind alle Ressourcen der Erde aufgebraucht. Also geht die Rohstoffförderung auf fernen Sternen weiter, um die ein erbitterter Kampf zwischen den Konzernen entbrennt. Gleich zum Auftakt zerstören von Robotern befehligte Kampfschiffe die Förderanlagen auf Moon 47, was dem besorgten Vorstand des betroffenen Unternehmens nur noch Moon 44 belässt. Von dort aber verschwinden immer wieder voll beladene Frachter, was auf einen vor Ort umtriebigen Verräter schließen lässt. Das wiederum ruft Spezialagent Stone (Michael Paré, „Straßen in Flammen“) auf den Plan, der als Sträfling getarnt ins All geschossen wird.

Neben ihm ist da eine ganze Gruppe Schwerverbrecher, darunter der bewährte Schlagetot Brian Thompson („Die City Cobra“), die als Förderanlagen verteidigende Kampfpiloten verheizt werden sollen. In Helikoptern fliegen sie über die unwirtliche Oberfläche, aufgrund mangelnder Sicht navigiert von einem Haufen junger Computerfreaks. Unter denen findet sich auch Dean Devlin, der für einige der späteren Emmerich-Hits – unter anderem „Independence Day“ und „Godzilla“ – die Drehbücher schrieb. Und weil Malcolm McDowell („Clockwork Orange“) als Kommandant des Mondes auftritt, ist der Drahtzieher auch schnell gefunden.

Mit beschränkten Mitteln und viel Fantasie strickte der beflissene Regisseur eine formelhafte Utopie in schicker Optik. Ungeachtet bestenfalls solider Darstellerleistungen – allein Paré schlafwandelt mit gewohnter Stoik durch die schummrigen Kulissen – unterhält die günstig produzierte Fingerübung ganz brauchbar. Sci-Fi aus deutschen Landen ist ohnehin eine Seltenheit, da kann „Moon 44“ zumindest durch die stimmige Umsetzung der hehren Ambition punkten. Die Story wird derweil in Flugübungen, Ermittlungen und Dauerstreitigkeiten ausgewalzt. Über mehr Handlung sollten auch die meisten der von Emmerich gedrehten US-Blockbuster nicht verfügen.

Wertung: (5 / 10)

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