Monsters: Dark Continent (GB 2014)

monsters-dark-continentPlötzlich waren sie da. Vielgliedrige außerirdische Monster, groß wie ein Mehrfamilienhaus. Ein Forschungssatellit hatte die ihnen zugrunde liegenden Sporen zur Erde gebracht und New Mexico in eine Quarantänezone verwandelt. Das war 2010. Vier Jahre später hat die sich rasch reproduzierende Gefahr für Land und Leute weitere Teile der Welt ergriffen. In Tom Greens („Misfits“) Fortsetzung „Dark Continent“ ist es eine nicht näher spezifizierte Region im Mittleren Osten. Warum dort nur amerikanische Soldaten gegen die tierisch anmutenden Kreaturen kämpfen, bleibt ebenso offen wie die Frage, ob die militärische Intervention der US-Streitkräfte weiter zurückgeht als das Eintreffen der Monster.

Denn gegen die „Weltpolizei“, die bei ihren Bombardements der oft in Gruppen über das karge Land ziehenden Aliens wenig Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nimmt, regt sich bewaffneter Widerstand. Ungeachtet des Themas und der grundlegenden Verwurzelung in der Science-Fiction ist Greens Film kein Blockbuster. Dafür fehlt es trotz guter Tricks an Budget – und der Lust an der Zerstörung. Bereits Gareth Edwards Original setzte nur am Rande auf die Gefahr durch die Aliens und konzentrierte sich vorrangig auf die Entwicklung der Figuren sowie allegorische Verweise auf gegenwärtige politische Entwicklungen. Wer also auf pralle Action im „Pacific Rim“-Stil hofft, wird zwangsläufig enttäuscht zurückbleiben.

„Dark Continent“ erinnert mehr an Werke wie „The Hurt Locker“ und funktioniert insbesondere als Kommentar auf die zunehmend aus den Fugen geratende Weltpolitik. Der Zwei-Fronten-Krieg gegen Monster und Radikale wird aus Sicht einer kleinen Einheit erzählt. Die besteht aus vier Freunden (u.a. Joe Dempsie, „Game of Thrones“) aus Detroit, eine Stadt, die durch den wirtschaftlichen Niedergang selbst den Eindruck erweckt, als hätte eine fremde Macht in ihren Straßen gewütet. Der junge Mike (Sam Keeley, „Im Herzen der See“) fungiert dabei als Off-Erzähler. Im Krisengebiet, angeführt vom desillusionierten Offizier Frater (Johnny Harris, „Black Death“), sollen sie abseits von Aufklärungsmissionen helfen, die Beziehungen zu den Einheimischen zu verbessern.

Das Tempo bleibt verhalten, statt Action setzt es nachdenkliche Töne. Mit rund zwei Stunden ist Greens Fortsetzung deutlich zu lang geraten. Auf seine Weise fesselnd ist der Film dennoch. Dazu bei trägt ein Rettungseinsatz in der Quarantänezone. In der Wüste geraten die Männer in einen Hinterhalt und werden von Freischärlern gefangen genommen. Als Frater den Ausbruch wagt, versuchen die Überlebenden zur Heimatbasis zu gelangen. Leicht verdaulich wird die Geschichte nicht präsentiert. Green bemüht sich um eine realistische Darstellung und zeichnet eindringliche Bilder von Chaos, Zerstörung und (zivilen) Opfern. Simple Gut-Böse-Schemata werden dabei ebenso ausgehebelt wie die Erwartung des Publikums. So bleibt der Stoff auch im zweiten Anlauf eher Futter für eine aufgeschlossene Zuschauerschaft. Allerdings hätte der realpolitische Anstrich die Monster im Grunde gar nicht benötigt.

Wertung: (6 / 10)

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