Misconduct – Blood On Our Hands (2013, Strength Records)

misconductbloodonourhandsAls faul kann man MISCONDUCT wahrlich nicht bezeichnen. Zwar lassen sich die Schweden bei der Veröffentlichung neuer Platten nicht zur Eile treiben, die Zeit dazwischen füllen sie jedoch regelmäßig mit extensiven Konzerttouren. Mit „Blood On Our Hands“, dem insgesamt sechsten Studioalbum, präsentiert der Vierer aus Kristinehamn nun neues Futter mit Oho-Effekt. Oder, gemessen an den mit üppigen Chören bestückten Songs, besser Oooh-Effekt. Daran geknüpft ist einmal mehr die mitreißende Einladung, in hymnische Singalongs einzusteigen und die bekannten Messages zwischen mahnendem politischen Zeigefinger und Gemeinschaftsgefühl der Szene in die Welt zu tragen.

„Blood On Our Hands“ ist erst die zweite Scheibe nach ihrem mit „United As One“ 2003 vollzogenen kreativen Befreiungsschlag. Mit dem rückten MISCONDUCT deutlich vom klassischen Hardcore der Anfangstage ab und orientierten sich im Stile von IGNITE oder H2O merklich in Richtung Punk-Rock. Verleugnet werden die Wurzeln trotzdem nicht. Dafür steht bereits Genre-Ikone Roger Miret (AGNOSTIC FRONT), dessen mit dem unlängst verstorbenen Kollegen Onno Cro-Mag begründetes Label Strength Records die Band unter Vertrag nahm – und der beim Titeltrack stimmliche Unterstützung leistet. Dass weiterhin auf bewährte Motive gesetzt wird, unterstreichen zudem die bereits 2006 vorgelegten und hier neu eingespielten Nummern „Raise Your Voice“ und „Wasted Life“.

Ins Rollen kommt die Platte mit „Ready to Go“, dem in Serie eingängige Tracks nach hergebrachter Bauart folgen. „Solution“, eine von drei vorab präsentierten Singles, mag textlich etwas dünn wirken, der starke Refrain und die beständig spürbare Anlehnung an traditionellen Schweden-Core der Neunziger wirkt aber (noch immer) grundlegend sympathisch. Dafür stehen auch Beiträge wie „Just a Second“ oder das von ZSK-Sänger Joshi begleitete „Never Going Down“, die stattliches Hitpotenzial mit Tempo und grundlegender Härte verknüpfen. Im Vergleich zum Vorgänger „One Step Closer“ wirkt auch der Sound wieder ein Stück rauer, so dass MISCONDUCT ungeachtet einer gewissen Berechenbarkeit neuerlich ein packendes Feuerwerk mit positiv gestimmter Attitüde abbrennen.

Wertung: (7,5 / 10)

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