Mimic 3 – Sentinel (USA 2003)

mimic-3Als Videoproduktion erlebt auch das menschimitierende Rieseninsekt aus „Mimic“ (1997) seinen dritten Filmauftritt. Buch und Regie besorgte diesmal der unbekannte J.T. Petty, der mit seinem Debüt „Soft for Digging“ (2001) Aufmerksamkeit erregte und sich in der Hauptsache als Schreiber der Computerspielreihe „Splinter Cell“ hervortat. Bei „Mimic 3 – Sentinel“ orientiert er sich deutlich am Hitchcock-Klassiker „Das Fenster zum Hof“ (1954). Doch ist der nicht nur eine Nummer zu gewichtig für den jungen Filmemacher, sondern der Story um tödliche Schaben auch denkbar unzuträglich.

Einst überlebte Marvin (Karl Geary, „Wiege der Angst“) die durch Kakerlaken übertragene Epidemie, an deren Ende die nicht minder todbringende „Judas-Kreuzung“ stand. Die Krankheit hat aus ihm einen empfindlichen Allergiker gemacht, der sich in seiner Wohnung isoliert und die Welt durch den Sucher seiner Fotokamera erkundet. Dabei stößt Marvin auf unheimliche Geschehnisse in seiner Nachbarschaft, die auf die anpassungsfähigen Insekten zurückzuführen sind. Als ihm niemand Glauben schenkt, nimmt er sich der Sache selbst an – und gerät unvermittelt in Lebensgefahr.

„Mimic 3 – Sentinel“ ist ein bedingt überzeugendes Horror-Sequel, das mit dem Ursprung von Guillermo del Toros Erstling nur noch entfernt in Einklang zu bringen ist. Zwar ehrt Regisseur J.T. Petty die Absicht, der Geschichte eigene Facetten abringen zu wollen, doch dümpelt sein Film über weite Strecken in belangloser Figurenzeichnung dahin. Abseits des bemühten Hauptdarstellers Karl Geary tummeln sich ausschließlich grob schattierte Charakterumrisse, die zu allem Überfluss in dramaturgischer Einfalt baden. Das anvisierte Kammerspiel verkommt so schnell zum langatmigen Trauerspiel.

In prominent besetzten Nebenrollen welken Lance Henriksen („Aliens“), Amanda Plummer („Pulp Fiction“) und John Kapelos („Breakfast Club“). Erst in den letzten Minuten kommt der Film in Fahrt, was jeden Akteur mit noch so geringer Screen-Time in seine blutigen Bestandteile zerlegt. Dieser deftige Schlusspunkt ist visuell überzeugend umgesetzt, kommt aber schlicht zu spät, als dass „Mimic 3 – Sentinel“ noch nennenswerte Pluspunkte für sich verbuchen könnte. Trotz lichter Momente ein weitgehend verschenkter Aufguss, der aus seiner durchaus reizvollen Ausgangssituation keinen Unterhaltungsgewinn erzielt.

Wertung: (3,5 / 10)

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