Meteor (USA 1979)

meteorIn den Neunzehnsiebzigern wurde Hollywood im Halbjahrestakt von Natur- und anderen Katastrophen erschüttert. Anno 1979 auch von einem „flammenden Besucher“ aus dem All. Der, als Meteor naturgemäß mit Argwohn beäugt, fleucht gleich zum Vorspann von Nebel umwabert über den Bildschirm. Dazu knallen dem Zuschauer in gelber Schrift und feister Science-Fiction-Manier bekannte Namen vor die Augen: Ur-Bond Sean Connery, Natalie Wood („West Side Story“), Karl Malden („Endstation Sehnsucht“). Aber was bedeuten die schon, gerade im US-Desasterfilm? Und auch diesmal taugen sie nur für stargespicktes Trash-Kino von vorgestern.

Natürlich befindet sich der interstellare Gesteinsbrocken auf Kollisionskurs mit der Erde. Zur Lösung des Problems wird Paul Bradley (Connery) geladen, der aber lieber den Bond-mäßigen Macho raushängen lässt und auch sonst weit von der glaubhaften Darstellung eines Wissenschaftlers entfernt bleibt. Zudem ist er wütend. Vor Jahren schuf er einen mit Raketen bestückten Satelliten, dessen Bewaffnung sich gegen drohende Gefahren aus dem All richten sollte. Eben solche wie der nun nahende Himmelskörper. Die Regierung aber hatte anderes im Sinn, pflanzte der Raumstation Nuklearwaffen auf und richtete diese gegen die ideologischen Erzfeinde Russland und China.

Doch welch Ironie, die Sprengkraft der Amerikaner genügt nicht zur Beseitigung des Problems. Also ruft der Präsident (Henry Fonda, „Am goldenen See“) seinen russischen Kollegen zur Kooperation auf, schließlich hat der auch einen solchen Satelliten ins Orbit gesandt. Streng geheim versteht sich. Trotzdem bringt die Gegenseite Professor Dubov (Brian Keith, „Yakuza“) nebst Assistentin Tatiana (Wood) auf den Weg, um Bradley Beistand zu leisten. Und der ist dringend vonnöten, beschwören Vorboten der Apokalypse doch bei irdischem Einschlag in Inuits Nachbarschaft oder einem belebten Skigebiet großes Unheil – und mies einkopiertes Schneegestöber.

Die Tricks sind lausig und selbst für das Produktionsjahr ´79 nicht auf der Höhe der Zeit. Im Zusammenspiel mit bierernstem Schauspiel und einer Dramaturgie nach dem Baukastenprinzip wird daraus Nonstop Nonsens nach bewährter Formel. Während Connery die Wood anbaggert und Malden Weisheiten vom Stapel lässt, gibt Martin Landau („Ed Wood“) am Rande den bornierten US-Offizier. Dem wie anderen vergeht das Zweifeln, als die Plastikraketen nach verrichtetem Tagwerk einen Kometenschauer über New York niedergehen lassen, der Connery & Co. durch schlammüberflutete U-Bahn-Schächte dem verdienten Happy End entgegen scheucht. So lustig kann die Welt zugrunde gehen.

Wertung: (4 / 10)

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