Men of War (USA/E 1994)

men-of-warManche Tage schreien einfach nach Actionfilmen ohne nachvollziehbare Handlung, miesen Schauspielern und einer gehörigen Portion sinnloser Gewalt. Auf Anhieb fallen einige Darsteller der B- und C-Liga ein, die genügend solcher Werke fabriziert haben. Ins Spiel gebracht werden soll hier aber vor allem der Name Dolph Lundgren. Der gute Mann hat in Schund wie „Knight of the Apocalypse” oder „Storm Catcher” mitgewirkt, doch finden sich auch ein paar wirklich brauchbare Filme in seiner Biografie. Unter anderem „Men of War” aus dem Jahre 1994. In diesem spielt Lundgren den ehemaligen Söldner Nick, der sein Dasein recht heruntergekommen im Dschungel der Großstadt fristet.

Als ihm zwei junge Unternehmer einen lukrativen Job anbieten, bei dem er die Bewohner einer Südsee-Insel zur Abtretung ihrer Schürfrechte bewegen soll, versammelt er zur Durchführung eine schlagkräftige Truppe um sich. Eben jene Insulaner wollen sich aus ihrer paradisischen Heimat aber partout nicht vertreiben lassen und nachdem Nick feststellen muss, dass es dort lediglich Vogelkacke  gibt, aus der gewinnbringende Rohstoffe gewonnen werden sollen, schlägt er sich mit drei Mitstreitern auf die Seite der Insulaner. Sein alter „Kumpel” Kiefer (Trevor Goddard) soll den Deserteur mit einer kleinen Armee beseitigen und den Job fortan selbst erfüllen. Kurz darauf brennt das Paradies. Das ist der Stoff, aus dem B-Film-Helden gemacht sind!

Die Story ist sicherlich alles andere als neu, doch seien wir mal ehrlich, wen kümmert das? Es muß schließlich krachen und das tut es bei „Men of War” reichlich. Auch wenn es erst in der zweiten Teil des Films ordentlich Krawall gibt, der Film wirkt trotz aller Klischees nie langweilig. Nachdem Lundgren seinen moralischen Anwandlungen nachgegeben hat, rummst es nonstop im Gebälk. Die mehr als ordentliche Action hebt sich von anderen Genre-Produktionen der B-Klasse deutlich ab. Schauspielerisch darf man keine Höchstleistungen erwarten, doch dafür präsentieren sich einige der Protagonisten von ihrer wohl schlechtesten, aber dafür auch amüsanteren Seite. So muß vor allem Trevor Goddard genannt werden, der so scheint es, vom ländlichen Kraftraum direkt für den Film verpflichtet wurde.

Der Mann agiert so übertrieben, dass er in eigentlich jeder Szene für Lacher sorgt. Ansonsten tragen „namhafte” Nebendarsteller wie Kevin Tighe („Road House”), Tom „Tiny” Lister („Trespass”), B.D. Wong („Einsame Entscheidung”) oder Charlotte Lewis („Auf der Suche nach dem goldenen Kind”) zum Gelingen des Films bei. Zusätzlich sorgt die teilweise recht drastische Härte für den ein oder anderen stimmungshebenden Moment. Abgehackte Gliedmaßen gehören ebenso dazu wie zersprengte Körper und ein Mann bekommt den Rückschlag von Dolphs altem Raketenwerfer ins Gesicht. Wer also mal wieder muskelbepackte Testosteron-Klumpen vor exotischer Kulisse Krieg spielen sehen möchte, der sollte nach „Men of War” Ausschau halten. Ein genüsslicher Sonntagnachmittag auf der Couch ist mit dieser mehr als harten Söldner-Action jedenfalls garantiert!

Wertung: (6 / 10)

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