Meine Frau, die Spartaner und ich (USA 2008)

meine-frau-die-spartaner-und-ichUnd wieder eine Filmparodie. Diesmal auf Kosten von „300“. Nur bietet das infernalische Historien-Comic-Gemetzel einfach nicht genug Angriffsfläche für eine Komplett-Verulke. Aber was heißt komplett? Bereits nach 65 Minuten legt sich bei „Meine Frau, die Spartaner und ich“ der Abspann über die Alibiplotte. Deren Kinotauglichkeit wird erst durch eine angehängte Gesangseinlage, bei der zum wiederholten Male „American Idol“ grüßt, und ein Medley (zu Recht) herausgeschnittener Szenenergänzungen gewährleistet. Wahnsinnig originell. Aber so ist das mit den humoristischen Schnellschüssen – viele Kalauer und nichts, aber auch wirklich gar nichts dahinter.

Bei Jason Friedberg und Aaron Seltzer („Date Movie“, „Epic Movie“) ist das wörtlich zu nehmen. Neben ein, zwei brauchbaren Lachern hat die plumpe Sketchparade tatsächlich nichts zu bieten. Die obligatorischen Anspielungen auf populäre Blockbuster, solche wie „Spider-Man 3“, „Ghost Rider“, „Casino Royale“ oder „Transformers“, werden bereits dadurch entwertet, dass auch für den unbedarftesten Kinogänger noch brav jede Verarsche mit dem anvisierten Titel überschrieben wird. Für versteckte Scherze oder gar einen Hauch von Subtilität, wie er zur Zeit der „Nackten Kanone“ noch erfolgreich über das Publikum hereinbrach, ist da einfach kein Platz mehr.

Hinzu kommen die gänzlich misslungenen und strapaziös in die Länge gezogenen Verwurstungen popkultureller Phänomene. Ob „Deal or No Deal“, You-Tube oder „GTA“, Paris Hilton, Britney Spears oder diverse Werbespots, im Küchenquirl der zotigen Peinlichkeiten wird alles zu einem ungenießbaren Mus Möchtegern-derber Scherze. Müßig zu erwähnen, dass sich diese gern am Genital und Homosexualität vergreifen. Dazwischen muss Leonidas (Sean Maguire) in den Krieg mit den Persern ziehen, während Gattin Margo (Carmen Electra, „Baywatch“) zwecks Verstärkung mit dem Plenum hadert. Das große Plus von artverwandtem Schwachsinn wie „Scary Movie“ ist die Gleichwertigkeit der Kulissen gegenüber dem persiflierten Vorbild. Doch selbst die Liebe zum Detail kommt Friedberg und Seltzer bei ihrem neuerlich misslungenen Komödienversuch abhanden. So sind diese Spartaner (darunter TV-Herkules Kevin Sorbo) wie ihre viel zu oft bemühte Todesgrube – eine schier bodenlose Unverschämtheit.

Wertung: (1 / 10)

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