Maximum Conviction (USA 2012)

maximum-convictionSteven Seagal macht sich – nicht allein aufgrund der mittlerweile viel beschworenen Leibesfülle – in zunehmendem Maße auf den Fernsehschirmen breit. Spöttische Zungen könnten nun behaupten, dass tue er über seine seit mehr als einem Jahrzehnt unmittelbar in die Videotheken verfrachteten Filmauftritte doch sowieso beständig. Aber gemeint sind Seagals Engagements im US-TV und den Formaten „Lawman“ und „True Justice“. Durch die Mitwirkung von Steve Austin („Die Todeskandidaten“), seines Zeichens Wrestler und aufstrebender Action-Schlagetot, an seiner Seite könnte man „Maximum Conviction“ durchaus als symbolische Staffelstabsübergabe begreifen.

Allerdings ist der vom bewährten, darüber aber nur bedingt talentierten Keoni Waxman (arbeitete mit Seagal neben „A Dangerous Man“ auch bei „True Justice“ zusammen) gedrehte Krawall-Thriller von arg bescheidener Qualität. Der ausdruckslose Hauptdarsteller gibt darin wie gehabt einen Ex-Regierungsagenten, der diesmal mitsamt erprobter Kampftruppe (darunter Austin) ein vor der Schließung stehendes Gefängnis abwickeln soll. Und da der Letzte bekanntlich die Türe schließt, müssen Seagals Cross und Haudegen die zur Überstellung zwischengelagerte Samantha (Steph Song, „Frozen“) bewachen. Nur hat die eine Gruppe schwer bewaffneter Strolche an den Hacken, die den Knast bald erstürmen.

Die werden von Michael Paré („Tunnel Rats“) angeführt, dessen Absturz in die Gefilde des B-Mülls nun auch schon etliche Jahre anhält. Sein Chris Blake hat auf den Staatsdienst keine Lust mehr und gedenkt sich mit einer beträchtlichen Geldsumme abzusetzen, deren Schlüssel Samantha ist. Für die standesgemäß flache Plotte war es das bereits. Die unterschwelligen Anlehnungen an Filme wie „Assault on Precinct 13“ bleiben nur Einbildung, „Maximum Conviction“ ein arg beliebiger Billig-Actioner mit lustlosen Akteuren und unfreiwillig komischen Dialogen. Waxmans Regie ist auch unabhängig vom schmalen Budget reizlos und die immerhin brutalen Schusswechsel und Handgreiflichkeiten frei von Dynamik und Rasanz.

So schleppt sich dies Dümpelbecken ausgelatschter Genrestandarten so träge dahin wie Hippo Seagal. Allerdings sorgt der zumindest für vereinzelte Lacher. Einem Bad Guy bricht er krachend den Arm (inklusive hervorstechendem Gummiknochen) und fragt den schreienden Tropf, ob es denn schmerzen würde. Die Bejahung quittiert er mit einem verächtlichen „Fucking pussy“. Auch das finale Bodenaufwischen mit dem herrlich chancenlosen Paré ändert nix am schlafmützigen Gesamteindruck. Der nicht zwingend präsente Austin empfiehlt sich am Rande trotzdem als potenzieller Nachfolger des alternden Kloppers Seagal. Ähnlich stumpf geht er jedenfalls zu Werke. Und mit mäßig variablem Gesichtsausdruck Komparsen verdreschen kann er auch. Für Nachschub an Videothekenramsch dürfte damit gesorgt sein!

Wertung: 3 out of 10 stars (3 / 10)

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