Maschinenland – Mankind Down (RSA/GB 2017)

„To live is to fight.“ – Bo

Die Menschheit ist dem Untergang geweiht. In der Science-Fiction ist das ein Schlüsselthema. Eine der häufigsten Ursachen ist der Angriff außerirdischer Mächte. So auch in „Revolt“, der hierzulande mit dem etwas dümmlichen Titel „Maschinenland – Mankind Down“ bedacht wurde. Die südafrikanisch-britische Koproduktion, eine muntere Motivsammlung von „Krieg der Welten“ über „Terminator“ bis „District 9“, zeichnet vor ungewohnter Kulisse ein eindringliches Bild der Zerstörung. Denn statt den USA ist diesmal Kenia, die Wiege der Menschheit, Schauplatz des letzten Aufbäumens gegen einen schier übermächtigen Feind aus dem All.

Woher der kommt, bleibt ungeklärt. Die von ihm ausgehende Destruktionskraft wird hingegen gleich in den ersten Momenten des Films deutlich: Menschen rennen panisch um ihr Leben, Soldaten leisten verzweifelte Gegenwehr, Körper werden von Energieblitzen pulverisiert. Einer, der Widerstand leistet, ist Elitekämpfer Bo (Lee Pace, „Der Hobbit“). Nach einer Explosion erwacht er ohne Erinnerung in einem Gefängnis. Dort trifft er auf Zellennachbarin Nadia (Bérénice Marlohe, „James Bond 007: Skyfall“), eine versprengte Ärztin. Mit ihr trotzt er fortan der Gefahren des endzeitlichen Szenarios. Mal sind es die zweibeinigen Kampfdrohnen, die vor allem in den Städten Jagd auf Überlebende machen, in anderen Fällen marodierende Banden.

Ein tätowiertes Symbol weist Bo den Weg zu einer Satellitenstation. Dort hofft er auf Unterschlupf – und Antworten zu seiner Identität. Nadia ist skeptisch. Immerhin, so erfährt es der Zuschauer in Nebensätzen, wurden Europa, Nordamerika und Asien fast restlos vernichtet. Doch Bo bleibt optimistisch. Auf ihrer Reise folgen sie den „digitalen Brotkrumen“, die ein sterbender Fotograf (Jason Flemyng, „X-Men: Erste Entscheidung“) mit der Kamera eingefangen hat. Die allgegenwärtigen Rauchsäulen am Horizont und verheerende Trümmerfelder verdeutlichen das Ausmaß der Invasion selbst in der kargen Wildnis. Um die Geschichte in überschaubaren 83 Minuten zu einem (keineswegs endgültigen) Abschluss zu bringen, braucht es allerdings mehr.

Zu diesem Zweck trifft Bo in den Ruinen einer Großstadt auf Überlebende mit Gegenangriffsplänen. Dabei wird auch offenbar, was es mit seinem Gedächtnisverlust auf sich hat. Überraschen kann dieser Aspekt allerdings nicht. Während Regisseur und Co-Autor Joe Miale den Trip von Bo und Nadia atmosphärisch düster und – im Stile von „Monsters“ – angenehm reduziert präsentiert, schlägt er im Schlussdrittel eher konventionelle Pfade ein. Das Gesamtbild wird darüber aber bestenfalls marginal getrübt. Denn Langfilmdebütant Miale destilliert aus dem überschaubaren Budget von vier Millionen US-Dollar sehenswerte Effekte und ein insgesamt stimmiges Szenario. Auch Hauptdarsteller Lee Pace macht eine gute Figur und lässt sich nicht allein auf regen Körpereinsatz bei den dosierten Actionszenen reduzieren. Die Story hinkt den positiven Attributen zwar hinterher, Genrefans werden aber zufriedenstellend bedient. Es muss ja nicht immer Hollywood sein.

Wertung: (6,5 / 10)

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