Management (USA 2008)

managementWieder lädt der Ball der einsamen Herzen zur Paarfindung. Nur scheinen die in „Management“ romantisch verstrickten Figuren partout nicht zueinander zu passen. Da ist die reservierte Sue (Jennifer Aniston, „Marley & Ich“), eine Vertreterin für dekorative Firmenkunst. Als sie im Motel der Eltern von Kindskopf Mike (Steve Zahn, „Sahara“) absteigt und ihn sogar ihren Po berühren lässt, ist es um ihn geschehen. Der spontane Sex macht es nicht besser, selbst wenn sie so tut, als würde er nichts bedeuten.

Mike, dessen Leben festgefahren scheint, versucht sie in spontanem Eifer für sich zu gewinnen, bucht ein Flugticket und überrascht sie an ihrem Arbeitsplatz. Die Näherung aber schlägt fehl. Sue kann nicht aus ihrer Haut, mehr noch ihrem selbst aufgebürdeten Schneckenhaus. Trotzdem animiert er sie zum Träumen, was bei der gutherzigen Frau, die Burger-Gutscheine an Obdachlose verteilt und regelmäßig einen Teil ihres Einkommens spendet, Wirkung zeigt. Doch er wirkt unreif, ohne Ambition oder Antrieb. Also schickt sie ihn nach Hause, zur um sein Wohl besorgten todkranken Mutter und dem verschlossenen Vater (Fred Ward, „Sweet Home Alabama“).

Aufgeben kommt für ihn jedoch nicht infrage. Als er erfährt, dass sie zu ihrem Ex-Freund, dem Joghurt-Mogul Jango (Woody Harrelson, „Zombieland“) gezogen ist, fasst Mike allen Mut zusammen und reist ihr nach. Mit seinem Regiedebüt versucht sich Autor Stephen Belber an einer klassischen Romantik-Komödie. Im Unterschied zu Hollywood-typischen Feelgood-Liebesfilmen verzichtet er aber auf erzwungenen Witz und – mit Ausnahme des bemüht ausgeflippten Harrelson – aufgesetzte Typenkomik.

Ruhig, fast melancholisch handelt Belber Mikes Eroberungsversuche ab. Auch ist das zurückhaltende Lustspiel nicht vor der schillernden Kulisse einschlägiger Metropolen angesiedelt, sondern in den unaufgeregten bürgerlichen Milieus der Küstenstaaten Washington und Maryland. Bis zum angenehm unspektakulären Happy End müssen Mike und Sue zu sich selbst finden. Sie muss lernen, sich emotional zu öffnen, er seine Lethargie hinter sich lassen. Das klingt so vorhersehbar und unspannend, wie es sich im Film letztlich darstellt. „Management“ ist amüsant und nicht zu übertrieben. Mehr als von sympathischen Akteuren getragene Oberflächlichkeit bleibt am Ende trotzdem nicht übrig.

Wertung: (5 / 10)

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