Männer im Wasser (S 2008)

maenner-im-wasserFilme über das Selbstwertgefühl des Mannes sind häufig humorige Milieustudien. Vor allem das britische Kino hat mit Filmen wie „Ganz oder gar nicht“ eine tragikomische Blaupause geschaffen, die Witz und soziale Befindlichkeit gekonnt verbindet. Måns Herngrens („Klassenfest“) Komödie „Männer im Wasser“ verzichtet zwar auf gesellschaftlichen Subtext, erinnert in der melancholisch gefärbten Erzählweise aber immer wieder an jene englischen Vorbilder.

Die selbsternannte schwedische Hockey-Spitzenklasse um Fredrik (Jonas Inde) hat es wahrlich nicht leicht. Privater Stagnation und Midlife Crisis folgt die Kürzung der wöchentlichen Hallenzeiten. Für die Hochzeit eines Freundes filmen sich die Männer in Badeanzügen beim Synchronschwimmen. Was als Jux beginnt, bringt Fredrik bald auf die Idee, den von Frauen dominierten Sport für die Männerwelt zurückzuerobern. Das ambitionierte Ziel ist die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Berlin.

Doch die einzigen Kunstschwimmer Schwedens werden milde belächelt, dürfen keinen eigenen Verein gründen und werden gar öffentlichen Bädern verwiesen. Diese umgekehrte Geschlechterdiskriminierung wollen sich die Wassersportler nicht bieten lassen. In einem baufälligen Bad werden sie von Fredriks Teenagertochter Sara (Amanda Davin), selbst aktive Synchronschwimmerin, trainiert. Allerdings finden sich nicht alle Freunde mit der Rolle im weiblichen Wettkampfsport zurecht.

Bis die Underdogs auf Weltmeisterschaftsniveau getrimmt sind, gibt es also allerhand Hürden zu nehmen. Mit Ausnahme von Frederik, der seinen Job als Journalist geschmissen hat und Sara von der in England arbeitenden Ex-Frau zugeschoben bekommt, bleiben die übrigen Figuren vage umrissene Statisten. Vor allem aber die finalen Konflikte lässt Herngren dramaturgisch übertrieben aufbrechen. Insgesamt aber bleibt die kurzweilige Wohlfühl-Komödie sympathisch genug, als dass die offenkundigen Abstriche das Vergnügen wirklich trüben könnten.

Wertung: (6,5 / 10)

 

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