MacGruber (USA 2010)

macgruber„MacGruber / Making life-saving inventions out of household materials / MacGruber / Getting in and out of ultra-sticky situations / MacGruber / The guy’s a fucking genius / MacGruber / He made a fucking movie / MacGruber” – Jeder echte Held braucht einen eigenen Themen-Song!

MacGyver war gestern. Das bewies Komödiant Will Forte über sein anachronistisches Alter Ego MacGruber bereits im US-TV-Dauerbrenner „Saturday Night Live“. Mit dem gleichnamigen Kinoableger der Sketchfigur konnte er den Erfolg jedoch nicht wiederholen. Die Action-Groteske floppte und wurde von Kritikerseite mehr noch hart angegangen. Nun lässt sich über Humorverständnis und parodistisches Potential, ganz im Gegensatz zur bisweilen fast schmerzhaften Albernheit von Fortes zügelloser 80’s-Hommage, prächtig streiten. Trotzdem, und genau hier werden sich die Geister scheiden, ist der Film der vielleicht enthemmt beknackteste Flachwitzmarathon des neuen Jahrtausends – und funktioniert als solcher über weite Strecken ganz ausgezeichnet.

Jener MacGruber verabscheut Schusswaffen und verlässt sich lieber auf zur Anfertigung lebensrettender Gimmicks unabdingbare Haushaltsmaterialien und seine Nahkampfspezialität, das pfeilschnelle Herausreißen gegnerischer Kehlköpfe. Ausgebildet wurde der Vokuhila-Träger bei sämtlichen US-Spezialeinheiten und leistete mehr Kriegseinsätze als er Lenze zählt. Nach dem gewaltsamen Tod seiner Braut am Tage der Hochzeit tauchte er jedoch in einem Kloster am Arsch der Welt unter. Bis ihn sein alter Vorgesetzter Colonel Faith (Powers Boothe, „Sin City“) aufsucht, um ihn für eine heikle Mission zu reaktivieren. Denn kein geringerer als der schurkische Dieter Von Cunth (Val Kilmer, „Kiss Kiss Bang Bang“), obendrein heimtückischer Mörder von MacGrubers großer Liebe, hat nukleare Raketen in seinen Besitz gebracht.

„I’m not good with plans. And I’m not good with clues. What I am good with is kicking ass and ripping throats.” – MacGruber

Nachdem MacGruber ein schlagkräftiges Team zusammengestellt und selbiges unabsichtlich in die Luft gesprengt hat, soll er von der Mission zurücktreten. Doch mit dem von ihm argwöhnisch betrachteten Jungsoldaten Piper (Ryan Phillippe, „Franklyn“) und seiner alten Gefährtin Vicky St. Elmo (Fortes „SNL“-Partnerin Kristen Wiig) rückt er Erzfeind Von Cunth auf die (pfundige) Pelle. Nur ist der bevorzugt schmalzigen Achtziger-Rock hörende und stets sein Autoradio mit sich herumtragende Paradekämpfer ein absoluter Idiot, was in loser Verknüpfung zu haarsträubenden Peinlichkeiten (gern mit Sellerie) und der absurdesten Sex-Szene der Filmgeschichte führt. Dagegen ist selbst der Marionettenkoitus aus „Team America“ ein Fest für anspruchsvolle Publikumskreise!

Dem maßlos chargierenden Forte ist keine Zote zu flach und im Sinne viel zitierter Achtziger-Klischees kein Gegenlicht zu hell, um seine überdrehte Parodie wie im Rausch mit immer neuen Absurditäten oder sexuellen Anspielungen zu garnieren. Nicht weniger ungezügelt gibt sich die Action, bei der auch mal deftig das CGI-Blut spritzen und MacGruber am Ende tatsächlich diverse Kehlen aufreißen darf. Geschmackssicher ist der von „SNL“-Regisseur Jorma Taccone mit Tempo inszenierte Marathon der betont schlechten Scherze keineswegs. Aber die lustvollen Darsteller und der wie selbstverständlich aufgefahrene Nonstop-Nonsens machen den Leinwandabstecher des exzentrischen Elitekämpfers zu einer sicheren Bank für jeden Filmfreund, der Hirn und Etikette auch mal für 90 Minuten auszusperren versteht.

Wertung: (7 / 10)

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