Luther (D 2003)

luther-2003Der Reformationstag soll am 30. November 1517 seinen Ursprung genommen haben. Für die Menschen der damaligen Zeit änderte sich viel, denn eine zweite christliche Kirchenform wurde gegründet.  In den Augen mancher rissen die beiden die Welt entzwei, doch boten sie insbesondere die Chance von Religionsfreiheit, gedanklicher Freiheit und offener Meinungsäußerung gegenüber dem Klerus. Martin Luther übersetzte damals das Neue Testament zum ersten Mal ins Deutsche. Zu damaligen Zeiten ein revolutionärer Akt, der ihm fast das Leben kostete. Doch er tat es für ein Volk, das nicht über den Bildungsgrad verfügte, Latein oder Alt-Griechisch zu verstehen.

Die Filmbiografie „Luther“ zeigt den Glaubensrevoluzzer, gespielt von Joseph Fiennes („Shakespeare in Love“), als Mönch an der Universität. Während seines Studiums der Theologie erkennt er die Missstände in der Kirche und versucht Volk und Gelehrten in seinen Messen und Unterrichtseinheiten diese Erkenntnisse mitzuteilen. Er pilgert nach Rom und muss dort erleben, wie sich die Kirche durch den Verkauf von Ablassbriefen bereichert. Luther aber glaubt nicht an die Bestechlichkeit von Gott und schreibt dem Papst nach seiner Rückkehr nach Wittenberg einen Brief, um ihn von seinen „abtrünnigen Dienern“ zu berichten. Der darauf folgende Gegenwind veranlasst Luther dazu, seine 95 Thesen an die Kirchenpforte zu schlagen.

Dafür wird er von der Obrigkeit vernommen und von seinem Mentor Johann von Staupitz (Bruno Ganz, „Der Himmel über Berlin“), da er seine Thesen nicht revidieren will, von seinem Amt als Priest enthoben. Allerdings genießt Luther weiterhin die Förderung des ihm wohlgesonnenen Fürsten Friedrich des Weisen (Peter Ustinov, „Quo Vadis“). 1521 wird die Lage für ihn bedrohlich. Papst Leo X (Uwe Ochsenknecht, „Schtonk!“) lässt ihn suchen, um ihn zu inhaftieren. Luther taucht bei Friedrich unter und beginnt die Übersetzung des Neuen Testamentes ins Deutsche. Die Reaktion der Menschen ist unterschiedlich: Einige bleiben bei ihrer demütigen Haltung dem Katholizismus gegenüber und glauben an die Erlösung durch Zahlung für die Ablassbriefe, während andere  zum Aufruhr neigen. In dieser schweren Zeit taucht Luther wieder auf und kämpfte offen für seine Ideale.

Wohin das führt, ist weitreichend bekannt. Wortgewandt und von der Richtigkeit seines Glaubens überzeugt, gelingt ihm schließlich die Anerkennung der Lutheranischen Kirche. Dabei beeindruckt der von Eric Till („Bonhoeffer – die letzte Stufe“) gedrehte Historienfilm mit imposanten Bildern und namhafter Besetzung (u.a. Alfred Molina, „Der Tag des Falken”). Joseph Fiennes überzeugt als Luther, auch wenn der doch eigentlich ein Mann mit Doppelkinn und kleiner Plauze war. Er hätte sich beim Anblick des stattlichen Fiennes sicher geschmeichelt gefühlt. Angesichts des Themas und der Länge von rund zwei Stunden muss man schon ein wenig Sitzfleisch beweisen, als Beitrag zu Religionsunterricht und Allgemeinbildung leistet „Luther“ aber einen sehenswerten Beitrag.

Wertung: (7 / 10)

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