Lowlife – Welcome to a Crooked 21st Century (2018, Bastardized Recordings)

Politisch ist Österreich mit der letzten Wahl deutlich nach rechts gerückt. In der Euro-Zone ist der deutsche Nachbar damit wahrlich kein Einzelfall. Der Populismus beherrscht die gesellschaftliche Diskussionsfähigkeit nahezu flächendeckend, spornt aber immerhin zum nicht minder geballten lautstarken Widerstand an. Den leben auch LOWLIFE vor, ein in Wien beheimateter Bandverbund, der altschulischen Hardcore mit zünftig metallischer Breitseite paart. Am Mikro poltert SPIDER CREW-Gitarrist Jimmy gegen Ausgrenzung oder Rassismus und gibt seine lautstarke Stimme denen, die keine haben. Willkommen ist ein solches Gegengewicht immer. Umso mehr, wenn es musikalisch derart ansprechend verpackt wird.

Allerdings ist auf ihrem Debütlangspieler „Welcome to a Crooked 21st Century“ nicht alles Gold, was glänzt. Zum Auftakt etwa serviert das Gespann ein nichtiges Intro, dem mit der dick aufgetragen Kampfansage „I’m not gonna Fight you, I’m gonna kick your ass“ sowie einer blechern klingenden Explosion markiges Klischee-Bollotum folgt. Der damit verbundene Ersteindruck wird jedoch durch den ersten richtigen Track, „Lone Wolf“, ausgeräumt. Denn LOWLIFE ballern einen ungestüm wütenden Cocktail aus den Boxen, der auf Kompromisse und Wohlklang konsequent pfeift. Schön ist es nicht, was der Vierer hier über kaum mehr als eine halbe Stunde über den Hörer bringt. Dafür aber gnadenlos effektiv – und dank Tracks wie „Self Crowned Kings“, dem Titelstück oder „Full of Hate“ obendrein mit dem nötigen Nachhall versehen.

Wertung: (7 / 10)

scroll to top