Love & Other Drugs (USA 2010)

love-and-other-drugsMit „Love and Other Drugs” bleibt Filmemacher Edward Zwick seiner Linie treu. „Mache stets etwas anderes“, so oder zumindest so ähnlich müsste sein Credo lauten. Er war verantwortlich für Epen wie „Legenden der Leidenschaft“ oder „Last Samurai“, hetzte Leonardo DiCaprio in „Blood Diamond“ durch Afrika und brachte früh den ersten Irak-Krieg nach Hause („Mut zur Wahrheit“). Richtig überzeugen konnte er aber nur selten, denn irgendetwas gab es immer auszusetzen, so dass ihm der ganz große Wurf stets verwehrt blieb. Dies ändert sich auch mit dieser gut gespielten Romanze kaum, die auf dem Bestseller „Hard Sell: The Evolution of a Viagra Salesman” basiert.

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Dort der smarte und eigennützige Frauenverführer Jamie (Jake Gyllenhaal), auf der anderen Seite die früh an Parkinson erkrankte Künstlerin Maggie (Anne Hathaway). Beide lernen sich eher zufällig in einer Arztpraxis kennen, kurz nachdem Jamie in der Provinz seine Stelle als Vertreter des Pharma-Riesen Pfizer angetreten hat. Beide kommen sich schnell näher, doch was zunächst nach einer rein körperlichen Angelegenheit ausschaut, wird für die emotionalen Eigenbrötler zu einer ernsten und bisweilen schwierigen Angelegenheit.

Da hat sich Edward Zwick etwas zu viel zugemutet. Liebesfilm, Komödie, Melodram, ein bisschen Satire. Grundsätzlich lässt sich so etwas vereinbaren, wie bspw. zuletzt der superbe „Up In the Air“ zeigte, doch in der punktgenauen Verbindung all dieser Elemente gelingt es dem Regisseur hier kaum. Dabei legen sich vor allem seine beiden Hauptdarsteller ins Zeug. Jake Gyllenhaal („Prince of Persia“) präsentiert sich mal nicht als nachdenklich wirkender Endzwanziger, sondern gefällt sich in der Rolle des unbeschwerten Lebemanns, der erst später erfährt, wo sein Herz überhaupt sitzt. Neben all ihren leichteren Rollen ist das Faible von Anne Hathaway („Bride Wars“) für schwierigere Charaktere bekannt, die auch hier zwangsläufig den tragischeren Part von beiden hat und der man ihre Krankheit jederzeit abnimmt. Wichtig jedoch, die sprichwörtliche Chemie zwischen den beiden stimmt. Ohne Berührungsängste zeigen beide viel Haut und vor allem Hathaway muss sich mehr als nur einmal entblößen. Gute Nebendarsteller wie Hank Azaria („Run, Fatboy, Run“) oder Oliver Platt („2012“) runden das spielfreudige Ensemble ab.

Doch jene Spielfreude wird durch das unausgeglichene Drehbuch getrübt. Der Film verändert zu häufig und dann auch zu abrupt sein Erscheinungsbild. Komödie hier, Liebes-Reigen dort, dann plötzlich überwiegt wieder das Thema Parkinson, wobei dieser Punkt noch am besten rüberkommt und beide Darsteller auch in den ruhigeren Momenten – allen voran Anne Hathaway – überzeugen. In Punkto Humor gelingt dies nicht immer, eine gesunde Balance findet der Film selten. Dass er manchmal in Richtung Klamauk abdriftet, hilft ihm ebenfalls kaum. Für ein, zwei Lacher ist das gut, aber die Figur von Gyllenhalls Bruder – gespielt von Josh Gad („21“) – erinnert zu sehr an Filme wie „Superbad“. Sicherlich wäre hier mehr drin gewesen. So bleiben in erster Linie die überzeugenden Hauptdarsteller und ihr voller Körpereinsatz haften.

Wertung: (5 / 10)

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