Liverpool Gangster (GB 2000)

liverpool-gangsterEine Gaunerkarriere im Zeitraffer, von der Straße in den Knast und wieder auf die Straße. Der Auftakt ist der Anfang vom Ende. Mark Clayton (schrieb auch das Skript: Neil Fitzmaurice, „Peep Show“) hat in der Nacht die Anwältin Stacey (Sarah Alexander, „Coupling“) aus dem Bett geklingelt und berichtet ihr von seinem Aufstieg in Liverpools Unterwelt. Im TV wird über einen Mord berichtet. Für die Hinrichtung des Sohnes eines mächtigen Gangsters wird Marks Gefolgschaft bereits zur Rechenschaft gezogen. Auch er selbst steht auf der Abschussliste.

Rückblickend erzählt Jim Doyles („Re-Inventing Eddie”) um Coolness bemühter Thriller, wie ein unscheinbares Milchgesicht zum harten „Liverpool Gangster“ wird. Weil er irrtümlich einen Polizisten attackiert, landet Mark im Knast, wo er der brutalen Hackordnung selbst nur durch Gewalt trotzen kann. In Murray („Titanic“-Kapitän Bernard Hill) findet er einen väterlichen Freund, im minderbemittelten Ozzi (Dominic Carter, „Drop Dead Gorgeous“) einen treuen Gefährten. Mit dem steigt er nach der Entlassung in kriminelle Geschäfte ein – bis sie beide der Hochmut packt.

Bereits 2000 gedreht, erfuhr die Independent-Produktion in hiesigen Breiten erst acht Jahre später ihre Erstveröffentlichung. Nicht ganz zu Unrecht, erreicht der in gedrängten 83 Minuten abgehandelte Film doch nie die Qualität von Guy Ritchies „Snatch“ oder dem erst später gedrehten „Layer Cake“. Das zeigt bereits die eher lieblose deutsche Synchronfassung. Freunde des britischen Thrillers können dennoch auf ihre Kosten kommen, nur will die Fusion aus grotesk verzerrtem Ganovenalltag und knallhartem Milieu-Drama nicht zwingend funktionieren.

Zwar geht es in episodischen Anekdoten um absurde Entführungen und Drogendeals aus dem Eiswagen amüsant und in der Abwärtsspirale des Verbrechens auch mal grausam zu, es fehlt jedoch die melancholische Bindung, die die verschiedenen Tonalitäten auf einen gemeinsamen Nenner bringen könnte. Charakterliche Klischees, durchwachsene Darsteller und Doyles eher unzusammenhängende Betrachtungsweise verwehren dem immerhin moderat unterhaltsamen Genre-Mix erhöhte Ausschläge in den Überdurchschnitt. Auf diesem Sektor haben die Briten schon weit besseres geliefert.

Wertung: (5 / 10)

scroll to top