Limp Bizkit – Results May Vary (2003, Interscope Records/Flip Records)

Rotkäppchen Fred Durst und seine Mannen sind zurück. Endlich mögen die einen, seine zahlreichen Bewunderer und Millionen Plattenkäufer weltweit sagen, nicht schon wieder seine ebenso zahlreichen Hasser, Gegner und Neider. Leicht macht es der Ober-Poser seinen Mitmenschen aber nun wirklich nicht, disst er doch locker flockig in der Gegend rum, ist immer für eine dumme, manchmal peinliche Aussage gut und erweckt des öfteren wegen seiner Überheblichkeit den Anschein, der Dieter Bohlen der internationalen Rockmusik zu sein.

Musik ist dann auch ein gutes Stichwort, denn davon gab es in den letzten 12 Monaten sehr wenig von LIMP BIZKIT. Der Ausstieg von Gitarrist Wes Borland sorgte für mindestens genauso viel Gesprächsstoff, wie die medienwirksam inszenierten Suchorgien nach adäquatem Ersatz. Nachdem man dann in Mike Smith einen neuen Mitstreiter gefunden hatte, wurde bereits fertig gestelltes Material über den Haufen geworfen und neues eingespielt, das dann alsbald veröffentlicht werden sollte. Etliche Namen für das Album kursierten und es gab wohl kein Werk in der Musikgeschichte, um dessen Namen ein größeres Geheimnis gemacht wurde. Aggressiv sollte es werden, ein gestreckter Mittelfinger gegen alle, die jemals etwas gegen LIMP BIZKIT bzw. Fred Durst zu sagen hatten und zudem sollte es an vorangegangene Erfolge anknüpfen und die Band zu dem machen, was sie wohl mal war: die größte Rockband der Welt.

Wenn man sich nun das mit „Results May Vary“ betitelte Werk anhört, macht sich jedoch schnell Ernüchterung breit. Zwar hatte die Band in der Vergangenheit unbestritten einige wirklich gute Hits am Start, genau die sucht man hier jedoch vergebens. Bis auf die noch ganz anständige erste Single „Eat You Alive“ geht nicht viel. Auch „Gimme the Mic“ oder „Build a Bridge“ haben noch ansatzweise so etwas wie Hit-Charakter, doch insgesamt kommen die 16 Stücke nicht über das Prädikat „unterer Durchschnitt“ hinweg. Es fehlen die großen Momente, die dann doch jedes andere Album irgendwo hatte. Dies mag auch am Weggang von Borland liegen, denn man bekommt schon den Eindruck, dass ein Künstler gegangen und ein Handwerker gekommen ist.

Zwar gibt es wieder brachiale Gitarren satt, Durst schreit ein „Fuck“ nach dem anderen durch die Gegend, doch wirklich gewinnbringend ist das alles nicht. Es fehlt dann doch eine gewisse Weiterentwicklung. Hier wird letztlich nur bekanntes lauwarm aufgetischt.

Wertung: (5 / 10)

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