Lieferung mit Hindernissen – Killer frei Haus (USA 2010)

lieferung-mit-hindernissenTarantino-Plagiate gibt es dutzendfach. Kommt es da auf eines mehr oder weniger überhaupt noch an? Bei „Lieferung mit Hindernissen – Killer frei Haus“ weckt immerhin die Besetzung Neugier, wurde die Hauptrolle doch mit Donald Faison besetzt, der im TV-Hit „Scrubs“ erfolgreich den Dr. Turk gab. Mehr als der kiffende Loser wird ihm in Benny Booms (drehte Videoclips u.a. für 50 Cent und Xzibit) schalem Grotesk-Thriller aber nicht abverlangt.

Schon die Einführung des von ihm verkörperten Leo bedient sämtliche Klischees des unambitioniert verpeilten Pechvogels. Der ist zufrieden, solange es nur genug zu rauchen gibt. Zwar gelobt der schlunzige Kurierfahrer vor der Chefin, obendrein die eigene Mutter, Betragensbesserung, zückt hinterm Steuer aber gleich wieder den Joint aus der Tasche. Mit breitem Schädel liefert er ein Paket irrtümlich zur falschen Wohnung und beschert den dullen Kleingangstern Brody (Mike Epps, „Resident Evil: Extinction“) und Guch (Wood Harris, „The Wire“) unverhofft eine gewaltige Menge Kokain.

Die war eigentlich für Jesus (Cisco Reyes) bestimmt, der mit Liebchen Chita (Yasmin Deliz) eine Tür weiter auf die Drogenlieferung wartet. Versandt wurde die vom brutalen Großdealer Bodega (Emilio Rivera, „Sons of Anarchy“), den die Nachricht, das Paket sei nie angekommen, zur Selbstsorge vor Ort drängt. In der Zwischenzeit versuchen Brody und Guch das Koks an Brodys Vetter Shavoo (Omari Hardwick, „Kick-Ass“) zu verkaufen, der das große Geschäft wittert. Schlüssel zur finalen Konfrontation sämtlicher Parteien ist Leo, der mit vorgehaltener Waffe gezwungen wird, sich des wahren Lieferortes zu erinnern.

Bis es aber so weit ist, wollen allerhand Rückblicke, überflüssige Füllszenen und gewollt skurrile Charakterzüge abgegriffen werden, die die Ideenlosigkeit des kaum 80-minütigen Films in aller Deutlichkeit hervorheben. Das gesteigerte Tempo lässt über manch flache Kifferzote oder betont skurriles Gangster-Gehabe noch hinweg sehen. Der übertrieben brutale Schluss fügt sich aber ebenso wenig ins Gesamtbild, wie der Gastauftritt von Mos Def („Abgedreht“) als Leos Kollege. Um diese müde Black Cinema-Klamotte amüsant zu finden, muss man seine Erwartungen schon verdammt tief stapeln.

Wertung: (3,5 / 10)

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